Silk and Paper

BILDer bioGRAPHISCHEs lebensLINIEN



lebensLINIEN bioGRAPHISCHES von MAR
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„Eigentlich sage ich mir immer , ich müßte endlich mal von den fliegenden Blättern wegkommen , von den Fragmenten, aber dann fühle ich , dass es gerade die Splitter in meinem Leben mehr an Gewicht gewinnen, als die großen Ereignisse, die nach lautem Verkünden alsbald wieder im stillen Erinnern verschwinden. Bestand haben dann oft nur die Spuren und nicht das pompöse Drumherum . Das Fragment ist die Spur… die winzigen Splitter im Leben , die sich einschleichen ins Erinnern der eigenen kleinen Lebenswelt.“ MAR
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die Hand: sie ist mein wichtigstes Werkzeug. Sie schreibt, sie näht,sie bohrt und leimt zusammen, sie faltet Papier und fegt die Werkstatt sauber…sie streichelt über Stoffe , sie hält die Bücher fest und blättert Seiten um……
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..Schreiben ist wie Atmen für mich, seit ab dem 8, Lebensjahr….später kamen noch ganz andere Dinge hinzu, so Etwas, wie man den „Ernst des Lebens “ umschreibt : ich bin Buchhändlerin und Bibliothekarin , meinen „Brotjob“ habe ich an der Universität in Berlin– die „Brotaufstriche“, das ist die Kunst, die Umsetzung meiner Wahrnehmungen in Objekte , …Galeristin, Papiermacherin , Gestalten und Herstellen von Papierobjekten , Textil-Design , Theater , temporäre Kunstaktionen…

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in Japan : 10 Jahre lang , habe ich jeden Sommer in Japan verbracht… in einer traditionellen Papiermühle Papierschöpfen gelernt ( Jahresurlaub adé… ), das Land in abgelegene Gegenden bereist… Später dann konnte ich meine japanischen Sprachkenntnisse gut gebrauchen, denn ab und zu habe ich für’s Goethe-Institut japanische Deutschlehrer betreut und durch Berlin und die Kulturszene geführt. Manchmal gabs Sushi bei mir zu Hause für die Lehrer, so etwas gegen das „kulinarische Heimweh“ – zu einer Zeit, als man Sushi hierzulande noch gar nicht kannte….
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Foto 2002 / 1995 privat und Interview in Kyoto
Japan hat mich persönlich sehr geprägt, im Sittsamen, wie im „Wilden“…die Ästhetik, die Kunst, die Musik, der Buddhismus, das Feingeistige im Alltag… allerdings auch die Reisen u.a. nach Mexiko, USA, in die Sahara , Ost-Süd-West-Europa , durch Frankreich, durch Spanien, in die Türkei oder auch ganz einfach meine Lieblingsinsel Amrum in der Nordsee haben ihre Spuren hinterlassen . Nach den Jahren des Herumstreunens in der Welt kam letztendlich die Zeit, das Erlebte umzusetzen …eine Station war, Bühnen-Ausstellung-und Künstlercafè-Galerie…

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Foto 2006
Galerie, das hieß : Theaterspielen, wenn die engagierten Künstler mal im Stau stecken blieben , und im Saal die Leute warteten ; manche verrückte Idee wurde dabei geboren ; improvisiert, vom spontanen Kindertheater übers erotische Menü bis hin zu Gesangskünsten.
Musik ist sowie so etwas sehr Wichtiges in meinem Leben. Mein Vater war Geiger und die erste Berührung mit Musik hatte ich durch ihm; er sang mir viel in seiner Muttersprache vor… Ich saß als Baby , so wurde mir erzählt, im Geigenkasten und lachte laut….die Galerie war Bühne , Ausstellung und Künstlercafè, ich war alles in Einem: Galeristin, Köchin, ich baute Bühnendekorationen , nähte Vorhänge, stand hinter der Bar , wenn Not am Mann bzw. Frau war , man hörte sich Lesungen an, 10x hintereinander, tupfte dem Künstler die Stirn… verschiedene Musiker probten alles auf den Steinway, Jazz, Klassik und auch Kinder übten mal die Tonleitern…und ich war Tränentrocknerin für das geknickte Ego exzentrischer Künstler …na ja , und mein Talent der Verwandlung und Verkleidung kam auch nicht zu kurz…
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Foto’s zwischen 1995 – 2006
… und natürlich schrieb ich IMMER in all diesen Jahren. Irgendwann leistete mir eine größere Wohnung, die nun endlich auch eine kleine Werkstatt hat. Die Wände sind bestückt mit Werkbank, Bohrer und Säge- aber auch mit leichten, flatternden Papierbögen, die ich benötige, wenn ich Taschen aus handgeschöpftem Papier herstelle …um alte Textildruckvorlagen aus Japan zu verarbeiten…
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…was mancher Frauen Schuhe sind, sind für mich Hüte….
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Foto’s 2000/ 2004
so oder so können Empfänge sein….heiter, wenn man Gast ist und etwas ernster, wenn es ums Eigenes geht …

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Foto 2002
die witzigste Begegnung hatte ich „zwischen den Wolken“ , als ich mit einer Jazzband fünf Stunden in London notgedrungen auf dem Rollfeld warten musste. Dabei rausgekommen ist eine langjährige Freundschaft mit Henry und der Jazzband…sie waren unterwegs aus Kanada und hatten in Berlin ein Konzert ; natürlich gabs eine After-Show-Party… mit von der Partie der älteste der Band , der Pianist ( der in jungen Jahren auch mit Judy Garland spielte) …er war damals schon über 80….ein überaus charmanter und echter Gentleman .-)
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Foto 2005
…und wieder mal Theater….allerdings zu Hause…
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mar-sommer.jpgpressefoto-mar-februar-2007.jpgmar-nach-einem-wein.jpgmar-2003-strohhut-nachts.jpg
…ein richtig ernsthafter Mensch ist oft ein echter Komödiant …
mar-manchmal-den-mund-zu-voll-genommen.jpg mar-und-toni-eine-tasse-kaffee-teilen.jpghosgeldin-willkommen-mar.jpgfebruar-2.jpg

Foto 2003-2007

: ab und zu , wenn gefeiert wird, kann es schon mal rund gehen . Ich liebe verschieden Arten von Musik. Ganz tief in meinem Herzen habe ich einen Faible für die türkische Musik , die klassische , osmanische Musik aber auch Sanat hat es mir angetan . Zu dieser Musik sollte man unbedingt eine türkische Tafel machen, mit Freunden oder Nachbarn.Ich denke, die türkische Musik liegt mir deshalb so im Herzen, weil sie der sefardischen Musik in vielem ähnlich ist. Die mittelalterliche Musik der spanischen Juden wird geprägt von den orientalischen Klängen der maghrebischen jüdischen Bevölkerung. Ud und Rohrflöte, Trommeln und die Zimbeln…Und da ich aus einer Familie stamme, wo Eltern-und Großelternteile jüdisch sind, bin ich mit dieser Musik praktisch groß geworden und der Orient ist mir innerlich nicht fern. Jedenfalls sehen die türkischen und jüdischen Festtafeln ähnlich aus….

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…und es kann schon mal vorkommen, das ich ganz spontan innerhalb von 2 Stunden das Haus voll habe, wenn es die Stimmung dafür gibt. Ich habe gerne Gäste bei mir ( die werden auch schon mal zum gemeinsamen Kochen eingeladen….)

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…ich liebe meinen chaotischen Arbeitstisch …
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…aber ich liebe auch die Einsamkeit : auch mal ganz alleine zu sein…
„… das Spiel der Gedanken in der Einsamkeit kann Grenzen und Begrenzungen des Geistes auflösen- so auch jeden Mensch der im Universum seines Glücks die Imagination liebt… in ihr kann man lauschen , um zu lernen und zu staunen… und so wie ich dem Meer lausche und mich dem Taumel der Unendlichkeit hingebe… MAR – das bedeutet Meer, dessen Gezeitenwechsel ein immerwährendes Kommen und Gehen zwischen Sicherheit und Beunruhigung heisst … Das Meer, mit dem Treibgut und angeschwemmten Überresten zivilisierten Lebens- abstrakter Distanz und vertrauter Nähe – all das Unvollendete , sich stets Erneuernde… ein nicht immer erkennbarer Mensch , der den Verformungen und Erstarrungen ausgewichen ist…“ MAR
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…im Sommer sitze ich oft nachts oder am frühen Morgen auf dem Balkon und schreibe …
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…Still-Leben :….und ganz frühmorgens ist das Weinglas leer und die Kerzen gelöscht …
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Foto 2000 in Cannes/ BlicKrichtung Cotè Azur
…und zwischen all diesen Dingen ist das Leben zu Hause…schaun wir mal , was noch kommt …

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ps: das hätte ich fast vergessen! Mobil bin ich mit Fahrrad,U-Bahn ,Flugzeug, Schiff und Bus …mar-1988-auto.jpg
…mehr brauch‘ ich nicht ! Ich habe mein Auto noch nicht einmal ausgepackt …ich kann sowieso nicht fahren! Wer bin ich nun? Einfach ein Mensch mit vielen Facetten und Gesichtern,wie viele kleine Splitter fügen sich die Teile zu einem Ganzen..

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Foto 2006
MAR
update: kein neues Foto, da eigentlich immer noch aktuell. Die Zeit meint es gut mit mir.

4 Kommentare »

  1. Hallo Mar,
    danke, dass ich Deine Homepage besuchen durfte. Ich fand unser Treffen gestern sehr interessant und denke, Du bist ein sanfter und außergewöhnlicher Mensch. Schön, dass ich Dich getroffen habe.
    Liebe Grüße, Heike

    Kommentar von Heike Koch — 21. Februar 2008 @ 1:31 PM

  2. hallo heike, danke für deine nette nachricht…. ich war auch ganz beglückt in zweierlei hinsicht…. ertens diese ungewöhnliche weise , jemandem zu begegnen und auch unmittelbat von schönen erinnerungen an ein verlorenes zuhause aus der kindheit eingeholt zu werden. ich suche mal in net nach der strasse, wo ich aufwuchs. du wirst überrascht sein, wie ähnlich sich die häuser „anfühlen“.
    danke nochmals für die schönen dinge von deiner omi.
    MAR

    Kommentar von silkandpaper — 22. Februar 2008 @ 6:35 AM

  3. hallo liebe dame…….
    hab sehnsucht zu euch
    LG klassen

    Kommentar von melih — 8. Dezember 2009 @ 4:23 PM

    • hallo melih, das glaube ich dir gerne! wie gehts dir in der türkei ?

      Kommentar von silkandpaper — 22. Januar 2010 @ 12:49 PM


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