Silk and Paper

27. August 2017

LOSgelöst

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 1:19 PM

hinter-unserer-jurte

 

 

Die Welt wird weit am Rand der Sprache,

dort, wo sie ausfranst wie herbstspäte Sonne…

Verborgenes und Schweigen schwingt sich leicht durch den Raum

und trägt die Tiefe des Universums mit sich.

 

Das Wortlose windet sich sacht durch das Sein,

und bricht ein in den Lärm des Gesagten

Hinten, am Ende der Straße

steht schon die Leere des Winters bereit.

 

 

 

 

© silkandpaper

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16. Mai 2017

gestEIN

Filed under: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik — Schlagwörter: , , — silkandpaper @ 7:28 PM

traummar

Tage brechen herunter ,

sie gleiten nicht leise , wie sonst, davon.

Der dumpfe Rhythmus allzu früher Morgen,

der die Nächte ausradiert,

als hätte es sie nie gegeben…

Im bröckelnden Gestein der Zeit

ist Erinnerung vergraben,

verschüttet unter schweren Lasten

des längst vergessenen Geschehens …

Im Geräusch fallender Steine,

hinter grauen Fäden aus Staub

versteckt sich ein Wispern.

Abwesenheit von Sprache.

.

©

1. April 2016

eine NACHT im april

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:27 PM

facher.jpg

Diese Nacht im April,
eine ungeschmückte Schönheit
im dunkelblauen Kleid.
Nur einen Stern braucht sie,
um dass ich das Diadem erahne,
welches ihre atmenden
Stunden bekränzt.

Noch sende ich ihr
nicht den Blick hinauf,
denn ihre dunkle Tiefe
schmiegt sich an die Häuserwand
wie Chiffon . Und ein Handschuh
aus dem feinem Gespinst von Zeit
fällt in meinen Schoß.

Selbst im einsamen Ton
vom letzten Glas auf dem Tisch
schweben die Träume davon.
In meiner Hand der flatternde Schatten
einer Treppe aus fragilem Papier…
Wie ein halbrunder Mond summt und
tanzt mein schwarzer Fächer.

27. März 2016

hAUCH

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized — silkandpaper @ 4:43 PM

blau1

Der kühle Hauch legt sich

und etwas klingt nach,

greift nach dir,

es umfasst dich,

hüllt dich ein in Ungesagtes

du ringst nach Worten

die keiner kennt ,

weil sie deinem Innersten entsprungen.

Am äußeren Rand

des Tages suchst du

verblasste Bilder ,

verwaschene Farben.

Aus dem Gefäß Erinnerung

laufen die Worte über.

Weiche Tropfen

und scharfe Krallen.

Sprache ist wie eine Falle,

die im grünen Moos

aus dem Nichts heraus zuschnappt.

Wie gelähmt verharrst du,

bevor der Klang des Wortes

die Farben findet,

die zerfließen

und nach Sichtbarkeit suchen.

Wie ein Schatten

erwandert der Ton das Wort,

teilt es in Silben

und lässt dich erstaunen.

Für Sekunden ist alles so klar.

Du glaubst zu wissen.

Doch alles verhallt -bis nichts bleibt.

                                                       Auch kein Echo.

24. März 2016

BLAUes Gewand

Filed under: privat, sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 11:33 AM

Am Saum der Kontinente ,
aufgefädelt das tiefe Blau des Meeres.
Die Welt, eine Dame im Wolkendunst
auf der Suche nach gelber Seide,
wirft sich im Auf-und Abwoben
an die Strände.

Knöpfe aus Permutt und
bernsteinerne Fibeln halten das Gewand
aus Traum und Erwachen,
und die  Sirenen, ihre Kammerzofen,
halten immer noch nach Odysseus Ausschau .

Am Saum der Kontinente
werden wir angespült, winzige Organismen
inmitten von Galaxien.
Auf der Suche nach dem, was wir nie verloren,
weil wir es nie besessen hatten.

19. März 2016

mondsee

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 3:03 AM

mond im märz


Da ist der Mondsee
und die silbernen Kronen der Sterne,
die weit ab im Dunkel
ein eigenes Königreich errichten.

Planeten, die auseinander stoben
und dem Baum vor dem Haus
ein Diadem um die
kargen Äste schlingen.

Auf der Rast
zwischen den Zeitreisen durch die Galaxie
lässt uns der Frühling
die Unendlichkeit erahnen.

Irgendeinmal wird  sichtbar
wie die Zeit mit den Sternschnuppen reist,
die Erde umsäumt    
und der Mond
wird immer noch einen Schleier tragen.

.

15. März 2016

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — Schlagwörter: , , , — silkandpaper @ 10:49 AM

buch-im-spiegel.jpg

 

die erde wird flach

und legt sich zusammen

wie ein stück papier

was man nicht mehr braucht.

gefaltet der bogen

auf dem ich gezeichnet

und aufgeschrieben

all diese bilder

die mein leben besungen

und die sehnsucht gehaucht…

es raschelt die welt

wenn man seiten umblättert

die länder verschwinden

in einem knick.

landkarten werden zu

schmalen gebinden

gehen so verloren

auf all den lebensreisen

und verstecken sich

im augenblick.

so werden fenster,

die mit wasser beschlagen

bedeutsam und tragen

manch fremde worte.

der buchstabe rinnt

nach dem schreiben hinab,

hinterlässt kleine straßen

versickert, verfliegt ..

verbiegt diesen rahmen

schafft zwischenorte

die welt wird dem fremd

der die worte nicht greift

die sich im papier und am fenster verlieren.

ob sie gläsern ersterben

oder dunkel bestehen

oder irgendwann

leicht wie die federn oder

schwer wie ein stein

das leben erklären…

wir sind die worte, die wir erben.

19.3 2008

 

29. Februar 2016

neunundzwanzigster februAR

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 5:06 AM

mar-kacheln.jpg

Es wird erst in vier Jahren
So ein Tag wie gestern sein…
Wo die Stunden sich festhalten
am Nichts im Kalender
der letzten Jahre, und nur
eine Ahnung hinterlassen
wie es war, als Zeit
plötzlich auftaucht aus dem
Universum eines Cäsaren,
der seinen Namen sogar
an sphärische Klänge verschenkte.

In vier Jahren erst werde
ich Dich fragen, wie die Zeit war,
in der Du dreimal verloren schienst…
Dich fragen, wie die Stille war
die weit draußen wartete,
um an die Tür
Deiner Einsamkeit zu klopfen.
Ob Mönchsgesänge dir das Herz
weit machten oder der blaue Himmel,
der an jedem Tag über Dir musiziert
mit den Farben des Lebens.

Erst in vier Jahren zaubert
die Zeit Dir eine Erinnerung an gestern.
Wie ein Foto, verblasst in der heißen Sonne;
Vergilbt wie das Stroh , auf dem wir uns liebten
und alle Zeit der Welt eine Illusion schien.
Jetzt hast Du viele Stunden, Wochen ,Jahre
in denen Du einen Rahmen ziehen kannst
um Dein Leben danach….
So ein Tag wie gestern; geboren, gelebt
und wieder entschwunden…

MAR 1. März 2008

27. November 2015

Filed under: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized — silkandpaper @ 6:48 AM

 


glut 

Der Morgen wäscht die Nacht vom Himmel,

im roten Gewande steht er in dem Raum…

durchschreitet die Weite,

dort, wo alles Platz hat sich festzuhalten.

Meine Seufzer und auch mein  Lachen

berühren Tage und Wochen und schweben davon

in bauschigen Wolken mit dem Geruch von Winterschnee

und münden wie schmelzendes Eis in jenen Versen,

die an kalten Tagen

die ruhende Barke am Ufer zum Schwanken bringt.

 Himmelsstürmer , die letzten Vögel ,

die davonfliegen zum nahen Baum ,

um wie Tupfen in der grauen Landschaft,

die ausgefranst und kalt und immer wieder neu gezeichnet,

eine Ahnung zu sein ,

vom Lebendigen zwischen all dem Schweigen.

Auf den Zweigen knarren auch meine Worte,

die den Draußenort zu einer Landschaft verdichten,

sich mit dem Holz verzargen , um nun im ersten Licht

zum Nichts zu verglühen; als weißer Rauch für einen Tag…

©

MAR 

22. November 2015

irgendwo erfindet sich die WIRklichkeit

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 2:36 PM

Irgendwo erfindet sich die Wirklichkeit

im  angebrochenem Grau.

Der Atem stößt den Himmel an

Und legt sich auf die Wolken.

Leicht wie Tau.

Dort  ruht er seine Ewigkeit

im wintergläsernen Licht.

In dieser Einsamkeit entdeckt man,

einen alten Traum , die Illusion.

Mehr ist es nicht.

Verflüchtigt in dem Ungeordnetsein

der kalten Welt sind alle Worte,

auch die ungesagten.

Und ihre Wahrheit ist die Wirklichkeit.

Doch sie braucht andere Orte.

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