Silk and Paper

12. April 2016

JAhreszeiten

Filed under: Uncategorized — silkandpaper @ 11:02 PM

wasserstrudel acapulco-mexiko

Die Natur ist wie ein Fenster, durch das man erschauen kann, was das Sein mit uns vorhat. Die Natur ist wie eine archaische Erinnerung, Allegorie und Metamorphose der Ewigkeit. Sie gibt dem Ungeordneten, dem Verborgenen und Wesentlichen, was man nicht sofort wahrnehmen kann, ein Gesicht.
Wenn man die Stille, das Nichtstun, das Dahingleiten und das Ausharren in der Natur betrachtet , weiß man, der Winter wird Vieles ersterben lassen, aber man weiß auch gleichzeitig, dass die Kälte nötig ist, um chemische Prozesse in einem Pflanzensamen in Gang zu setzen, die gewährleisten, dass das Verborgene unter der gefrorenen Erde im Frühling sogar Pflastersteine aufbrechen kann, nur , um die Schönheit einer Blüte ans Licht zu bringen und den Fortbestand dieser Art zu sichern
Wir Menschen hangeln uns durch die Jahreszeiten und sind ergriffen und verzaubert von zitternden Spinnweben, von der Erhabenheit eines Waldes, wogenden Kornfeldern oder der Wildheit des Meeres. In stillen Minuten auf einer Wiese liegend nehmen wir den wippenden Grashalm wahr und spüren, wie tief der Rhythmus des Windes, der uns umschmeichelt, in unsere Seele trifft. Im Wechsel der Jahreszeiten erkennt und erspürt man für Momente das unsichtbare Seil der unendlichen Zeit, das alles Lebendige umschlingt.
Wir sind nur ein kleiner Teil dessen. Alles anderer um uns herum ist größer und wahrhaftiger.

1. April 2016

eine NACHT im april

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:27 PM

facher.jpg

Diese Nacht im April,
eine ungeschmückte Schönheit
im dunkelblauen Kleid.
Nur einen Stern braucht sie,
um dass ich das Diadem erahne,
welches ihre atmenden
Stunden bekränzt.

Noch sende ich ihr
nicht den Blick hinauf,
denn ihre dunkle Tiefe
schmiegt sich an die Häuserwand
wie Chiffon . Und ein Handschuh
aus dem feinem Gespinst von Zeit
fällt in meinen Schoß.

Selbst im einsamen Ton
vom letzten Glas auf dem Tisch
schweben die Träume davon.
In meiner Hand der flatternde Schatten
einer Treppe aus fragilem Papier…
Wie ein halbrunder Mond summt und
tanzt mein schwarzer Fächer.

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