Silk and Paper

9. Januar 2016

HUNDERT Jahre Zeit —.—.—.Wir verlieren unsere Vergangenheit…

Filed under: philosophische FRAGMENTe, wahrNEHMungen — Schlagwörter: , , , — silkandpaper @ 1:55 PM

…diese Weisheit und  Genügsamkeit bei langlebigen Menschen ist etwas, was in den letzten 70 Jahren verloren gegangen scheint.  Kaum noch begegnen wir Hundertjährigen- oder wir entdecken sie nicht mehr- ihren Reichtum an Jahren und am Wissen um das lange Leben. Der materielle Reichtum verblendet und blendet uns so, dass wir es nicht mehr wahrnehmen, dieses Stück Ewigkeit und die Zähigkeit, es auszuhalten.
Positive Erfahrungswerte , die nichts mit Geld und Reichtum zu tun haben, werden von der Gier und dem falschen Bild vom Glück verdrängt. die Zuversicht, dass man die Kraft hat, sich aus einer tiefen Talsohle wieder nach oben zu tragen ist, so scheint es mir , durch das veränderte Wertesystem , in den Hintergrund gedrängt. und durch die Eile und Schnelligkeit, die in der Atemlosigkeit im Alltag den Menschen kaum noch Zeit lässt, inne zu halten, um „Grund“-bedürfnisse nach dem erfüllten Leben in sich selbst auszuloten.

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Natürlich brauchte es auch die Oberflächlichkeit, um den „Grund“ in sich zu erkennen. dahin zu gelangen, um zu erkennen, dass halbleere Gläser auch halbvolle Gläser sind, braucht es Bruchstellen im Leben/ Gesellschaft. Und es braucht Zeit.

Jede Bruchstelle „erweitert“ die Fläche/ Zeit/ Erfahrung  , auf der man das Leben „ausbreiten“ kann, es also vergrößert, verbreitert, erweitert.

Brüche im Leben, unvorhersehbare Situationen sind dynamische Faktoren, um Bewusstsein und auch eine gewisse Vorhersehbarkeit zu ermöglichen. Fraktale eben . wie in der Mathematik.

Wenn man das halbvolle/ halbleere Wasserglas vor sich stehen hat, und genau mit dem Blick auf einer Ebene  und der Wasseroberfläche ist,  sieht es so aus, als würde ringsum das Glas brechen, als hätte es einen Riss…die Wasseroberfläche „erweitert“ somit eine imaginäre Bruchstelle- und dort, wo man „voll oder leer“ beginnt zu definieren, beginnt letztendlich das dynamische System eines Fraktals, einer Bruchstelle. und mit der Bruchstelle entsteht eine weitere Dimension.

Je mehr Bruchstellen bzw. Unvorhersehbares im Leben eines Menschen auftreten, um so dimensionaler und erkennbarer wird sein Kern, sein Inneres. nämlich, dass es nicht glatt und klar und durchschaubar und absehbar ist , sondern dass durch Dynamik ein unsichtbares Netz an Bruchstellen auftreten müssen, um voll und leer unterscheiden zu können.

Wenn man nicht genau hinschaut, wenn man die Bruchstellen zu umschiffen sucht, verlieren wir  unsere Vergangenheit…

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