Silk and Paper

29. März 2015

für marlen HAUShofer

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 4:24 AM

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Auf jedem Bild springt mir die Traurigkeit aus Deinem Blick und jedes Wort sucht einen Grund zum Sein hinter der Wand aus Glas , die in den Bergen sogar das Echo abfängt

Dein Mund ist leicht geöffnet, fast erstaunt und erschrocken. Die Katze auf dem Schoß -sonst nichts was wärmt. Und niemand weiß, wie es ist, im Kerzenschein Bücher zu schreiben, die Mauern einreißen.

In den Augen ein kleines spöttisches Glimmen vom Wissen, das durch die Einsamkeit Deiner Seele gereist ist.. alle Deine Worte hinter Türen, die ohne Klinken nur aufzustoßen sind, um sich der Überraschung wirklich gewahr zu werden…

Du drehst keinem Wort den Rücken zu, und auch nicht seinem Sinn… Du blätterst die Seiten um, sogar heute noch, lange nachdem Du gingst. und manchmal höre ich Dich hinter Deinem Foto lachen.

Für Marlen Haushofer (2008)

17. März 2015

nächtliche verSUCHung

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized — silkandpaper @ 10:48 AM

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Ich bin an der Nacht
vorübergegangen,
an ihren schimmernden Stufen
durchsichtigen Blau’s,
an ihrer schamhaft
geflüsterten Liebe
im kühlen Wind…
vorübergegangen
am Perlenband
der gaukelnden Silhouette
über der schattigen Stadt.

Ich bin an der Nacht
vorübergegangen,
an ausgetrunkenen Pfützen
täuschender Tiefe,
am verschlafenen Ruf
nach der Verschwiegenheit
der ersten Liebe…
vorübergegangen
an verblassenden Sternen,
diese weit entfernten Magiere
am Saum des Mondes.

Ich bin an der Nacht
vorübergegangen,
an ihrer flatterhaften Gedanken
verwandelbarer Tiefe,
an Blicken, die mich
in Neugier mustern
und suchten, mich zu entflammen…
vorübergegangen
am erdachten Betrug
der letzten Liebe
des Tages vorher.
© MAR 2009

2. März 2015

Enis Behic Koryürek / An den Ufern der Donau

Filed under: DER mensch als fremder ORT, Uncategorized, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 11:18 AM

Evimden uzakta, annemden uzak;
Kimsesiz kalmışım yad ellerinde.
Bir vefa ararım kalbe dolacak
Gurbetin yabancı güzellerinde.

Tuna’nın üstünde güneş batarken
Sevgili yurdumu andırır bana.
Bir hayal isterim Boğaziçi’nden
Bakarım “İstanbul!” diye her yana.

İstanbul! Ey sedef mehtaplarından
Hülya gözlerime ilk ışık veren!
Buranın ufkunda yanıp tozlanan
En munis renge de biganeyim ben.

Ah, orda renklerin -şark güneşile
Naz eden- sihirbaz ahengi vardır.
Bu akşam yurdumu andırsa bile
Ah, orda akşamın bin rengi vardır.

*

Weit von meinem Haus, meiner Mutter fern;

Verlassen, allein,in fremden Händen

mir unbekannter exotischen Schönen

Sucht mein Herz nach ewiger Treue.

Mit der Donau verschmilzt die Abendsonne,

in mir das Heimatland verflochten,

davon ein Bild, inmitten des Bosporus

auf das vor meinen Augen Istanbul erstehe.

Istanbul, mondhelles Perlmutter,

meiner Augen Luftschloss, erstes Licht am Ufer, 

angestaubt der Horizont,

die aufgetragenen Farben in mir fremd

Ach, dort des Ostens Tagesschimmer

Verzierte Illusion mit derlei Farben,

meinem Heimweh gleich an diesem Abend.

Ach, dort die Abendröte tausend Farben hat!

Deutsche Interpretation  silkandpaper / MAR  ©

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