Silk and Paper

24. Juni 2014

Perlenfischer -Freundschaftsduett

Filed under: KLANGsprache — silkandpaper @ 7:42 AM

22. Juni 2014

abEND


Am frühen Abend liegt sie einfach da,
die Straße, in einem himbeerfarbenen Gewand,
ein braunes Ästelabyrinth, des Schattens und des Lichtes Spiele,
der goldene Schimmer dort am Dächerrand.

Die Röte lässt sich sanft und leise sinkend
herab zum schieferfarbenen Häusergrund,
um die grauen Steine in den Schlaf zu küssen
mit einem wispernd glänzend heißen Mund.

Wie eine längstvergessene süße Wehmut
greift die Schattenhand des Hauses nach dem Licht,
um doch noch leise in dem Dunkel zu versinken.
Der Abend kommt, der zarte Nebel lacht verwischt.

Wie eine Blüte zittert diese dunkelrote Flamme,
und verwelkt jedoch zugleich im schwarzen Schatten.
Die Nacht tanzt schweigend um die Häuserecken,
die früher schon ein langes Leben hatten.

In alten Fluren flackern schmutzige Laternen,
als suchten sie verzweifelt nach dem letzten Licht,
und schicken einen Schimmer in die Dunkelheit,
und zeichnet der Straße weichen Zauber ins Gesicht.

 

21. Juni 2014

Perpeteuum Mobile

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 5:54 PM


buch-im-spiegel

Einander begegnen,
dem Intermezzo
keine Ouvertüre
gönnen…
 
sich am Buchstaben
täuschen.
und ein Geheimnis
hinterlassen…
 
die Zeit
wird den Sand
leise singend
abtragen
 
und in den
warmen Tiefen
der Erde
schwingt das
Perpeteuum Mobile

18. Juni 2014

Und wieder mal hat Ralf einen Preis gewonnen.

Filed under: privat — silkandpaper @ 11:39 AM

 

ralf

so wie ein tRAUM

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:49 AM

tulpe-vergr

 

So melancholisch ,
so wehmütig fern
dieses Licht,
in sich selbst verloren …
schattig , puderig,
wie unsichtbarer Staub…
so wie ein Traum .

Blass,  schemenhaft ,
ein flüchtiger Schatten,
verlassen vom silbrigen Schimmer
des Tau…
so wie vergessene Märchen, 
die uns betten,
damit wir uns immer erinnern…

an  feenhaftes Flüstern
und an grünes Haar,
und den Klang
einer Glockenblume,
wenn wir erwachen.

Sommer.

16. Juni 2014

Fotografien II

Filed under: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 3:10 PM

 

Illusionen.

Brücken im Uferlosen.

Versiegende Wasserfälle rinnender Zeit.

in einem Zimmer…

und mit großen Augen

und verstörenden Blicken…

Über den Rahmen hinaus

in die Kulisse des Heute schauend,

entspringen ganze Familien

in das Erstaunen hinein,

das noch immer

Bedeutungen im Nippes und alten Uhren bewahrt,

zum Tanz zwischen den Worten auffordert.

Wie in Metaphern

reduziert sich das Vergangene

auf den bäuerlichen Tanz

auf einer schwarz-weißen Wiese

die sich plötzlich in der Leere verliert.

Aus ihr schöpft sich der Gedanke

an das Unendliche

in dem sich der Sinn erschliesst,

warum Narratoren

immer aus dem Rahmen fallen,

wenn sie die Worte in der Geschichte verteilen.

Auch Illusionen leben in der Ewigkeit…

 

 

wie immer bei meinen Gedichten: ©

15. Juni 2014

FRAGmENte

Filed under: DER mensch als fremder ORT, kurzgeSCHICHTen, privat, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 4:44 PM

 

Foto © Ara Güler

Foto © Ara Güler

Die erste Fähre

Alles hat anders angefangen. Momente in der Zeit , die überraschend sich ändern, wenn man nach Ausflüchten oder Erklärungen sucht, wenn man sich für etwas  rechtfertigen wollte oder auch nur, um dem Moment,  der abrupt eine Wende nahm, einen Anfang zu schenken. 

Alles hat anders angefangen, es war nicht immer wie letzte Nacht …so begann auch er, und packte den Stapel loser Bögen fast unachtsam auf die noch vom Regen feuchte Bank neben sich, legte dann die Handflächen auf die Oberschenkel und bog vier Finger seiner Hand zu einer kleinen, offenen Faust;  er zuckte aber sogleich wieder zurück –   die Bügelfalten!   Immer und immer wieder hatte ihn wohl  auch seine Mutter erklärt, dass einen feinen Herrn ausmacht, dass die Bügelfalten in jeder Situation überall scharf und geradlinig den Stoff optisch teilen sollten… Oder war es eine Verlegenheitsgeste, dass seine Hände sich in die Beine krallen wollten und nur die Scheu, andere könnten seine Enttäuschung oder Trauer sehen, hielt ihn ab.  

Der Freund, der ihm gegenüber saß, blinzelte ihm zu und meinte nur, ach so – und geendet hat es anders? Augenblicklich wurde ihm gewahr dass er sich über den Freund lustig gemacht hatte und versuchte, den missglückten Scherz in eine andere Richtung zu lenken und setzte eine ernste Miene auf…Es folgte ein langes Schweigen

Nein, meinte er, sprang von der Bank auf  und beschrieb dramatisch mit den Armen einen halbrunden Bogen und schaute dabei hinauf zum morgendlich blass ausgesternten Himmel. Nein, das meinte ich nicht, sprach er zu sich selbst und dann sah er seinen Freund aus den Augenwinkeln an . Siehst du nicht, wie unerreichbar das Tiefste, das Blaueste, das Unberührbarste ist?  Dieser Himmel, dieses Wunder, welches meine ganze Seligkeit beschreiben kann.  Dann wird es hell und alles ist weggewischt.  Oder dort, diese zitternde, welke Blüte, die auf dem Wasser schaukelt, und die uns beim längeren Hinschauen etwas vorgaukeln kann, was gar nicht da ist. Die Nacht geht,  als hätte sie es nie gegeben…

Du denkst, das Schicksal sei grau. Du denkst, es sei wie diese dunkle Wolke, die über den Köpfen dahingleitet, und dass es hier und da  gerecht etwas von seinen Wehmutsliedern und Freudentrillern verteilt, aber dem ist nicht so. Das Schicksal ist weiß. Es ist ein ausgefranstes Stück Papier. Da, wo gestern noch die Worte standen, die ich für meine  Einzige  geschrieben habe, sind Buchstaben ausradiert und Satzzeichen abgerissen und nun liegt es an mir allein, sie wiederzufinden.  Man  geht auf die Suche und jedes Mal, wenn man denkt, dass sich das Schicksal erfüllen könnte, weht ein Wind daher und reißt dir das soeben Gefundene wieder aus den Händen.

Einen Schritt rückwärts taumelnd griff er nach dem ersten Bogen, der mit zahlreichen durchgestrichenen Wörtern versehen, und nun zwischen seinem Zeigefinger und Daumen im Fahrtwind tanzte 

Du denkst das Schicksal sei grau, weil die Tinte, die im Regen verläuft, sich so ins Weiß frisst, dass es von Weitem so scheint, als würde es zu einer Pfütze verschwimmen. Es ist alles ganz anders. 

Mit den letzten Worten nahm er sein Manuskript und warf es von der Fähre. 

 

 

 

 

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Foto © Ara Güler

Foto © Ara Güler

Am Morgen

 

Es roch nach Wasser. Und auch nach Verbranntem .

Das Streichholz glimmt langsam aus, krümmt sich und bleibt verformt im Aschenbecher liegen.

Der Herr aus Istanbul lehnt sich zurück und lässt den Blick über die feuerrote Zigarettenspitze schweifen. Drüben, auf der asiatischen Seite macht wahrscheinlich gerade der Fährmann das kleine Boot startklar und wird sich sicher nicht in die süße Melodie der Wellen verlieben können wie er, der eigentlich die Nacht ausklingen lässt und bereit ist, diesem frischen und wassergeschwängerten Morgen eine romantische Note zu verleihen. Der Bootsinhaber hört das Scheppern der Kette, das dumpfe Anstoßen seines Bootes am Boot des Nachbarn und vielleicht,  in einem stillen Moment , das Kreischen der Möwen.

 

Der Herr streckt nun die Beine aus und bemerkt, dass die Schuhe, die er am Abend zuvor blank putzen ließ, die Wege durch die Nacht nicht gut überstanden haben. Überall waren senffarbene Spritzer und die Laufsohle war sogar von einer dunkelbrauen Kruste überzogen. Aber nach einer Sommernacht wie dieser, wo er in Gassen und Straßen Menschen ausweichen musste, wo er, leicht angetrunken, hinaus aus der Taverna trat und hinein in eine Pfütze undefinierbarer Farbe; nach so einer Sommernacht verlangt es niemanden nach Perfektion oder gar nach einer Reinlichkeit, die nur Menschen zur Schau trugen, die ihren Lebensinhalt in der beschaulichen Wohnung zu finden vermögen.

 

Auch das typische Hinunterbeugen, um schnell mit einem Stück Papier über die Schuhe zu fahren, konnte er getrost unterlassen- er war allein . Und das war etwas Besonderes in einer Stadt wie Istanbul. Es sind nur wenige Momente am Morgen, wo es den Anschein hatte, dass die Häuser tief und schwer in den Bergen hingen, dass die Minarette ihre hölzernen Luken geschlossen hatten , dass selbst das Wasser zu flüstern schien.

Er war allein, besser gesagt, er war einsam. Nur das wusste er in diesem Moment noch nicht.

 

 

 

ps als ich vor 20 Jahren in Istanbul war, Fragmente aus dem Reisetagebuch. Heute habe ich zwischen fliegenden Blättern 2 Notizen gefunden. Ich dachte mir, es lohne sich, sie aufzuheben.

 

 

 

 

FOTOgrafien I

Filed under: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized — silkandpaper @ 3:15 PM

Kopie von omi

Fotografien-
Abbilder, Trugbilder aus fast verzweifelten Zeiten,
als man auf der Suche nach sich selbst
auch an stehengebliebener Zeit berauschte…

 

Im sepiabraunen Gewand
kommen die Gesichter daher,
aus anderen Welten, wo das Wort
noch in der Luft erstarb und niedersank


hinter dem Glanz satinierter alter Seiten, da
wo man sich selbst gern übersah,
steht die Vergangenheit Spalier
und blickt dich an…


ernste Augen glauben zu wissen,
bis zu dem Moment, wo du gewahr wirst,
daß du es bist, der sich zu sich selbst gesellt
und sich sein Leben erzählt.

Fotografien IV

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 9:49 AM

mari

Die Verlassenheit hakt sich unter

und geht mit dir spazieren

durch schwarz-weiße Wiesen

im samstagsgelben Blau…

Der Mund zu einem Lächeln geformt

und entgegen gereckt der runden Linse

die  einfangen will  einen Beweis

vom kindlichem Glück.

Die Worte sind noch von weit hergeholt…

deshalb kannst du sie nicht formen

zu Verständlichem und so bleibt nur

ein dünnes Wispern an dir hängen.

Es klickt. Und nun bist du für die Ewigkeit

mit einem Stück Papier vereint.

Mit  all der Einsamkeit, die wie ein Geschwister,

dir über die Schulter schaut.

.

wie immer ;Copyright

13. Juni 2014

graVITAtion

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:46 PM

IMG_20140514_223418

Das kühle marmorlinienblaue Firmament…
diese durchsichtige Mauer aus Luft und Raum.
Die unsichtbaren Fäden der Gravitation
gaukeln mir ein Wunder in meine Augen

…dass  dieser Mond wie ein Fenster sei,
hellgelb erleuchtet und nun
lockt  er mich
in sein Licht hinein.

Kein Fensterrahmen ist vorhanden,
der ihn umschließen kann in seinem stillen Rund.
Nur dieser Wolkenvorhang, leicht und fast zerschlissen
deckt kühlend meine Träume zu.

.

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