Silk and Paper

1. Mai 2014

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:15 AM

himmel hinterzarten 2 gestreckt

Eis-Zeit

Da steht die smaragdgrüne Wand des Waldes,
und die Welt scheint wirklich klein…
mehr und mehr schrumpft sie zusammen,
so das sie ein kleines Bündel wird,
so winzig, um sie in die Tasche stecken zu können.

Im fahrenden Zug gleitet sie an den Scheiben entlang,
heraus aus meinen Augenwinkeln
und verliert sich im Nichts der Stadt hinter mir.
Die Stille greift nach mir
wie ein großer Vogel und trägt mich hinweg.

Gelbe Vierecke, Felder und Wiesen sind die
zusammengelegte Kleidung der Landschaft,
umsäumt von mohnrotem Garn,
ausgefranst flattern die Ähren wie Leinentücher im Wind.
Glasblau liegt der Gletschersee…

der sich alles zurückholt, was er in der Eiszeit verlor.
Libellen suchen im letzten Licht nach ihren Kindern
Über dem kalten Wasser schaukeln sie und
beweinen den Verlust mit einem schimmernden Flügelschlag.
Die Welt will schlafen. Die kleine, große Welt.

MAR

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