Silk and Paper

30. April 2014

die ZEIT hat zeit

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 1:26 PM

wald-zeichnung

Als die Zeit sich zum Schlummer niederlegte,

und ihre Augenlider  müde sanken

bäumte ein Wind sich auf,

eines nachmittags im Sommer.

Mit wildem Heulen rief er nach mir

und riss den Traum vom Blütensaum,

und von der Ewigkeit 

und fuhr mit einer kalten Klinge

durch die leise raschelnde Seide

der Pappel.

Silbrig fiel das erste Laub,  ein winziges Stück

herausgeschnittene Schönheit dieses Tages.

Wie eine Seite des Tagebuches

rollte und blätterte es Erinnerungen auf

an Zeiten, wo die Liebe hungerte.

Ich hörte, wie trockenes Gras

am Spiegel meines Lebens kratzte

und dort hellblinde Streifen hinterließ.

Mühsam musste es sich

am Glas reiben, um dahinter zu gelangen

und tausende Wiesen braucht es

um solches Gras zu finden.

Die Zeit hat Zeit.

.

copyright MAR

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