Silk and Paper

14. Juli 2013

wie jedes gedICHt

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 4:54 PM

altes-buch-japan-aufgeschlagen.jpg

Wie jedes Gedicht hatte auch dieses
sein Leben vorher…
Es erwachte aus der Schamhaftigkeit
jener ersten Berührung Deiner Hände
auf meinem Gesicht

Warm und voller Begehren;
wissen zu wollen,
erwanderten die Fingerspitzen
die verschwiegenen Geheimnisse
nächtlicher Stunden,
und in trügerischer Sicherheit
wiegte sich mein Atem.

Die Klänge aller Worte
versanken im Dunkel Deiner Augen,
die wie das Schimmern im Brunnen mich anlockten,
um dann im Echo der fallenden Steine
sich wiederzufinden.

Der leise Refrain, der Wiederholung müde
setzte den Pausen das Ende voran
und Deine Wimpern, die wie ein Vorhang aus
schwarzer Seide verbargen,
dass  im Strudel der letzten Sekunden
das Mosaik all deiner Leben
im Nichts verschwand.

Wie jedes Gedicht hat auch dieses   sein Leben danach.
Es legt sich ruhend in die Schwärze der Tinte
und überdauert die letzten Worte und auch Dich.
Auf meinem Gesicht.

.

Advertisements

Schreibe einen Kommentar »

Es gibt noch keine Kommentare.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: