Silk and Paper

31. Juli 2013

Nigun

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 1:45 PM

imageflowers-balkon-1-nahaufnahme.jpg

Dieser Wald ist
wie ein Gemälde von Klimt…
er ist Erinnerung, die unvollendet blieb.

Ein verwischtes Schimmern von Rot
hat sich verirrt im moosgrünen Kleid…
und  blindes Gold…

In der verlorenen Dimension eines Tages ,
da , wo ein alter Traum schläft und die Unendlichkeit
auf ihren Auftritt wartet…

Noch kann ich Dir
in der Dämmerung Sterne in die Augen streuen,
winzige Splitter ferner Galaxien.

Dieser Wald ist wie ein Lied
ganz ohne Vers mit weicher  Melodie, nur ein Nigun,
entlockt Deinem Mund.

.

*Nigun, so nennt man im Jüdischen den Vokalgesang  oder Summen von Liedern Man nennt es auch die Stimme der Seele.

.

27. Juli 2013

feDER

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 1:47 PM

wasserstrudel acapulco-mexiko

,

Nichts Großes braucht ein Gedicht.

Nur einen Blick

auf die endlose Straße der Sprache,

die sich vor Dir ausbreitet

und Dir alle Wörter sagt,

die schon in Dir warten.

Nur einen Schritt gehen

und alles ist verändert.

Der Winkel, die Perspektive…

Dein Gefühl, schon alles zu kennen,

kommt Dir plötzlich

als Täuschung daher.

Nichts Schweres braucht ein Gedicht.

Keine Bürden oder schimmernde Teiche..

Es reicht eine Feder von dieser Möwe,

die durch die Luft gaukelt.

Sie kann Alles sein.

Losgelöst Jegliches.

 

19. Juli 2013

sOMmerträgheit

Filed under: wahrNEHMungen — silkandpaper @ 12:51 PM

rose

Leise schwebt das Blatt dem Boden entgegen. Es hatte sich von all den anderen Rosenblättern gelöst  und segelte wie ein kleines, fragiles  Boot in der Luft.

Ich erinnerte mich an meine Großmutter, die in einem solchen Fall sofort aufgesprungen wäre, um dieses Blatt auf einem Stück Papier trocknen zu lassen, um es in die Potpourrischale zu legen.

Mir setzte die Hitze viel zu sehr zu, deshalb blieb ich im Korbsessel  träge sitzen und beobachtete den geräuschlosen Fall. Im gleichen Moment wurde mir gewahr, das Blumen ja immer etwas Sterbendes sind, sobald sie geschnitten in einer Vase stehen.

Plötzlich kam mir Leidenschaft, Blumen zu trocknen um sie als Duftschale im Zimmer zu platzieren, merkwürdig vor. Man bewahrt etwas, was starb, um sich an seinem Duft zu erfreuen?

Ist das eine Vor-Erinnerung an das eigene Verblühen?  Die Natur vergeht , man fühlt  sich mit ihr eins , um sich auf die eigene Bootsfahrt vorzubereiten?

Das Blatt zitterte, als es auf dem Holzboden aufkam und wurde vom Luftzug, der um die Tür strich, noch ein wenig ins nächste Zimmer geweht. Ich blieb immer noch sitzen.

 

Ich möchte ein Rosenblatt sein. Ich würde gern im Sommer sterben.

.

17. Juli 2013

AM seitenrand

Filed under: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik, WEGkreuzungen — silkandpaper @ 12:15 PM

Bevor

sich alles auflöst

und verschwimmt,

und   am weißen Seitenrand

des Buches ,

zwischen großen Worten

notiert,

sich  ein Lebensentwurf verliert,

verorte dich.

.

Such dir

inmitten der Buchstaben

einen Platz,

der von dir beseelt,

auch in der Zukunft

einen Klang hat,

der Erinnerungen weckt

an deine Zeit.

Bevor sich alles auflöst…

.

14. Juli 2013

wie jedes gedICHt

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 4:54 PM

altes-buch-japan-aufgeschlagen.jpg

Wie jedes Gedicht hatte auch dieses
sein Leben vorher…
Es erwachte aus der Schamhaftigkeit
jener ersten Berührung Deiner Hände
auf meinem Gesicht

Warm und voller Begehren;
wissen zu wollen,
erwanderten die Fingerspitzen
die verschwiegenen Geheimnisse
nächtlicher Stunden,
und in trügerischer Sicherheit
wiegte sich mein Atem.

Die Klänge aller Worte
versanken im Dunkel Deiner Augen,
die wie das Schimmern im Brunnen mich anlockten,
um dann im Echo der fallenden Steine
sich wiederzufinden.

Der leise Refrain, der Wiederholung müde
setzte den Pausen das Ende voran
und Deine Wimpern, die wie ein Vorhang aus
schwarzer Seide verbargen,
dass  im Strudel der letzten Sekunden
das Mosaik all deiner Leben
im Nichts verschwand.

Wie jedes Gedicht hat auch dieses   sein Leben danach.
Es legt sich ruhend in die Schwärze der Tinte
und überdauert die letzten Worte und auch Dich.
Auf meinem Gesicht.

.

EinUNDfünfzig

Filed under: ZEITgeist und abgesang — silkandpaper @ 9:22 AM

Bei Einsätzen der türkischen Polizei gegen regierungskritische Demonstranten hat es erneut Verletzte gegeben. Sicherheitskräfte setzten Gummigeschosse, Wasserwerfer und Tränengas ein. Viele Touristen in Istanbul flohen verschreckt in Seitenstraßen.

Hintergrund der Demonstrationen war die Verhaftung prominenter Aktivisten. Den mittlerweile wieder freigelassenen Demonstranten drohen Prozesse wegen angeblicher Gründung einer terroristischen Vereinigung.

Die Präsidentin der Istanbuler Architektenkammer, Mücella Yapici, erklärte am Freitag, sie habe sich in Untersuchungshaft einer demütigenden Leibesvisitation unterziehen müssen, und die Polizei habe der Diabetikerin ihre lebenswichtigen Medikamente erst nach Stunden zurückgegeben.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-verletzte-durch-polizeigewalt-gegen-demonstranten-a-911031.html

Dies alles in den letzten Wochen (und auch schon Jahre vorher: Ermordung Hrant Dink , Gerichtsverfahren gegen Fazil Say, Haftstrafen für Journalisten…oder auch der Prozess gegen Generäle) in der Türkei erinnert mich an den Beginn des faschistischen Terrors-1933 in Deutschland. ethnische Minderheiten, Intellektuelle, Lehrer, Künstler, Schriftsteller wurden verhaftet, eingesperrt, gefoltert und ermordet. Es hat in einem Völkermord und einen Krieg geendet , der die Europa verwüstet hat. .Auch damals hatte die Welt jahrelang zugeschaut- . so etwas darf nie wieder passieren!

11. Juli 2013

fünfzig

Filed under: Uncategorized, ZEITgeist und abgesang — silkandpaper @ 6:08 PM

Ausländische Journalisten in Istanbul…

8. Juli 2013

LEBENsherbst

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 9:25 PM

wald-zeichnung.jpg

Wie eine Schattenzunge

schiebt die Dämmerung sich

in mein Zimmer…

durch meine gelbe Seele

fließt ein dunkler Traum.

Und langsam stirbt das Licht

mit einem weichen Schimmer

Dein leises Flüstern

macht aus dieser Dunkelheit

den einen Raum,

den ich begehen will,

und der nach langer Reise

für Dich und mich

die Türe offenhält.

Und mitten durch mein Sein

fließt Deiner Silhouette Licht

und lässt  ahnen

was mich am Leben hält…

Es ist die Dämmerung nach einem

heissem Sommer ,

die Spiele spielt,

die längst vergessen sind.

Sie zeichnet an die Wand bizarre Sonnenfinger

und selbst im Schatten

weht ein leichter Wind.

Das Leben ruht sich aus

 trägt unsichtbare Dinge hin zu Dir .

 Für eine brache Zeit.

Sie überdauern dort die

kleinen Ewigkeiten, bis hin zum Licht…

und dann sind sie bereit

.

NACHricht

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 3:58 PM

spur

Stille Tage im Sommer.
Die Luft schichtet sich in der Stadt
aus Sonne und flirrendem Schatten.
Im Asphalt Reifenspuren.
Eine Nachricht, dass Irgendjemand
hinaus musste in die Welt.

.

6. Juli 2013

verloren

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized — silkandpaper @ 3:26 AM

Diese Leere springt Dir entgegen,
dieses Muttermal aus Dunkelheit ,
entkommen aus Nächten,
 in denen Dein Spiegelbild
blind am Haken hängt.

Ohnehin bist Du Dir fremd ;
auch scheinbar rettende Signale
die auf dem Meeren
der Tränen reiten
gebären nur Trauer.

Dieser Tag drückt Dich nieder
diese Bastion aus Minuten,
die der Uhr entsprungen Dir sagen,
dass Du Dein Leben schon
längst vertan hast.

Du selbst bist Dir fern ;
auch scheinbar rettende Nähe
die auf den Wiesen tummelt
ist schon längst in der Belanglosigkeit
versandet.

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