Silk and Paper

23. März 2013

vierzig

Filed under: ZEITgeist und abgesang — silkandpaper @ 9:24 AM

Im  dritten Artikel des Grundgesetzes steht, dass in Deutschland niemand wegen seiner Herkunft oder seines Glaubens benachteiligt werden darf. Doch ausgerechnet, die Institution, die diese Verfassung eigentlich schützen soll, steht unter Rassismus-Verdacht.

[…]

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, kritisierte, dass der Verfassungsschutz als eine „rein deutsche Institution“ erscheine. Es gebe dort zu wenige Migranten. Dieser Eindruck sei unzutreffend, sagte ein Sprecher des Verfassungsschutzes. Es gebe bei den Mitarbeitern eine beträchtliche Vielfalt.

Link zum Artikel

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rote geHEIMnisse

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:37 AM

Frühlingsnächte…

Leise  ersterben sie,

begleitet von  verzagten  Gesängen

der Amseln,

an ihren nächtlichen Gräbern…

 Und würde man aufsteigen,

sie vom Himmel herab betrachten,

wären sie wie Koffer

von fremden Reisenden,

die Abschied nehmen…

 diese zerissenen Wolken.

Rote  Geheimnisse zwischen

verschliessbaren Deckeln,

denen man Unterschlupf gewährt.

Bis morgen nur, bis morgen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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immer mal wieder zur Erinnerung: mein Copyright beachten.

15. März 2013

WINDspiel

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 1:22 PM

Krähen. Schwarze Pfeile in 

zerfallender Landschaft . Morgengrauen,

eine wartende Musik, die verströmt

aus Tulpenschirmen.

Leise verweht der Frühling

und bedankt sich noch artig

bei den Menschen

mit dem Zittern des Windspiels.

Die blasse Sonne, eine Fee

im weißen Kleid

tanzt auf schattigen Bürgersteigen

Spitzenballet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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immer mal wieder zur Erinnerung: mein Copyright beachten.

13. März 2013

NEUNunddreissig

Filed under: ZEITgeist und abgesang — silkandpaper @ 1:46 PM

http://www.radiobremen.de/nachrichten/kurz_notiert/kunoschlaegereiweyhe100.html

Am Rande: Die Schläger waren lt. News junge Türken. Tageszeitungen sehen es nicht für nötig, diesen durch blindwütige Schlager verursachten Tod in ihre News einzubinden. Erts Johnny K., gestern ein 13-jähriger, der einen Fahrgast verprügelte und nun wieder ein Mord. Was geht in den Köpfen dieser Schläger  vor?

Nachtrag: die medizinischen Geräte am Opfer sollen abgestellt werden .Das stille Sterben eines 25-jährigen Mannes. Ich vermisse den Aufschrei der sogenannten türkischen Gemeinde.

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7. März 2013

ACHTunddreissig

Filed under: ZEITgeist und abgesang — silkandpaper @ 2:01 PM

Weil sie ihren drei Jahre alten Sohn namens Jihad (Dschihad) mit einem T-Shirt mit der Aufschrift „Ich bin einen Bombe“ in den Kindergarten schickte, hat sich eine Frau in Südfrankreich vor Gericht verantworten müssen. Vor dem Gericht in Avignon wurde am Mittwoch auch dem Bruder der Mutter der Prozess gemacht, der das T-Shirt gekauft hatte, auf dessen Rückseite die Aufschrift „Jihad, geboren am 11. September“ stand. Die Anklage lautet auf „Verherrlichung von Verbrechen“. Den Angeklagten drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und eine Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro.

 

http://de.nachrichten.yahoo.com/dreij%C3%A4hriger-jihad-tr%C3%A4gt-bombe-t-shirt-184720213.html

In Memorandum Paul Celan

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:40 AM

lacktablett-detail

Thiais

Jene fiebrigen Nachmittage
die ich verbrachte
mit Deinem Schmerz,
den Du verschnürt
in Wortbündeln
zu meinen Füßen legtest.

Die schwarze Kerze
tropft auf meine Menorah
an den Tagen in Thiais,
wenn ich wie Leonie
*
so einsam am Tag danach
um Dich weinte.

Am Ufer der Seine
finde ich heute
seltsame Monumente…
weiße Kiesel ,
die mir das Herz brechen,
wie Deine einsamen Verse.

Bruchstellen im Gestein
sprechen Zeugnis von Dir,
von der Kraft des Widerhalls,
rundgeschliffen in der Bukowina,
und nie hier ertrunken,
Dein brennendes Wortemeer .

Mit heißer Hand
und angehaltenem Atem
stehe ich vor Dir
und schenke Deiner Unsterblichkeit
diesen Stein von dem Ort,
den Du als letztes erblicktest.

Erklärung: das ist ein Gedicht, welches auf einer meiner Frankreichreisen entstand .

Anmerkung: Paul Celan war ein jüdischer Dichter, der sich in Paris das Leben nahm. Er konnte die Schrecken der Shoah und eigenes, persönliches Leid nie verwinden. Aus diesem Schmerz heraus verfasste er die tiefsten und schmerzvollsten Gedichte, die oft schwer zugänglich erschienen und erst mit dem Verstehen um sein Schicksal dem Leser Zugang gewährten zu den innerlichen Kämpfen, die er zwischen Leben und Tod mit sich ausfochten musste. Sein Freitod in Paris erschütterte die Schriftstellergemeinde und  Nelly Sachs *, die mit Celan eine enge Freundschaft verband, verstarb am Tag nach seiner Beerdigung.

6. März 2013

TAGmond

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 1:37 PM

tagmond im mai

Der Tagmond, weiß und gläsern

gebettet in den Frühlingshimmel,

der  mit vollgesogenen Wolken

nach Meer riecht…

 

… wie ein Lockruf des Sommers,

der mit dem Rauschen von Wellen

Einzug hält

In unseren Erinnerungen.

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und wie immer bei all meinen Gedichten : COPYRIGHT by MAR

5. März 2013

siebenUNDdreissig

Filed under: going underGROUND, kurzgeSCHICHTen, wahrNEHMungen, ZEITgeist und abgesang — silkandpaper @ 2:05 PM

…der Albtraum einer U-Bahnfahrt. Früher habe ich auf meinem Blog immer die netten Begebenheiten in der U-Bahn zu Kurzgeschichten verarbeitet. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein. Diebstahl, Zusammenschlagen, Beschimpfen.
Heute erlebt: 1. Klasse hat Schulausflug. Alle Kinder sitzen. Die Lehrerin, eine ganz Nette, spielt mit den Kindern Wissenstest, damit die Fahrt nicht langweilig wird. So was ist wirklich selten, dass sich die Begleiter so engagieren. Klein- Muhamad muss aus der Reihe tanzen und sich so hinsetzen, dass seine Schuhe des Nachbarsjungen Hose beschmutzen. Die Lehrerin:“ Muhamad, bitte setze Dich so hin, dass Du niemanden trittst.“ Klein- Muhamad hat beide Ohren „zu“ und setzt sich nun noch so hin, dass die Schuhe voll in den Laufraum der U-Bahn ragen. Die Lehrerin nimmt Muhamad hoch  in den Arm und setzt ihn wieder richtig herum hin, und erklärt ihm, dass es nicht gut ist, Fahrgäste mit den Schuhen zu beschmutzen. Klein -Muhamad juckt das nicht und setzt sich prompt wieder anders hin und tritt dabei die Nachbarin. Wieder fordert ihn die nette Lehrerin auf, doch bitte nicht so etwas zu machen, außerdem wollten sie eh gleich aussteigen und alle Kinder sollen bitte zuhören. Klein- Muhamad juckt es nicht. Die Lehrerin setzt ihn wieder anders herum hin. Das macht sie wirklich sanft und freundlich… Klein Muhamad holt aus und schlägt nach der Lehrerin “ Fass mich nicht an, Du ungläubige Schlampe! „.

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