Silk and Paper

19. Juli 2012

Use the shuttle service !

Filed under: going underGROUND, kurzgeSCHICHTen — silkandpaper @ 1:55 PM

Use the shuttle service !

In Berlin wird gebaut! Neu ist das nicht, denn selbst denen in abgelegenen Winkeln der Stadt Lebenden  stellen sich sperrige und hässliche rot-weiß gestrichene Zäune in den Weg.

Sie sind klobige sommerliche und ungebetene Gäste auf den Bürgersteigen und Straßen, besonders dann, wenn man es eilig hat.

Wieder ist mir eine U-Bahn vor der Nase weggefahren. Der Zeitvertreib, Plakate oder Mitteilungen auf Werbeträgern anzuschauen, wird  in diesem Sommer nicht besonders von der BVG gefördert. Die meisten Termine sind schon längst verstrichen, die zum Urlaubmachen aufrufen und auch Bread and Butter (Vorsicht! Damit sind keine Stullen gemeint! ) sind schon längst vorüber.  Es ist irgendwie entschuldbar, dass es so gekommen ist- denn in einigen U-Bahnhöfen wird tüchtig gewerkelt und renoviert, so dass es sich für die Plakatedienste nicht auszahlt, etwas zu erneuern.

Zwischen Kreuzberg und Neukölln sind in den letzten Jahren Sprachschulen wie Pilze aus dem Boden geschossen- die Wirtschaftskrise beschert den Schulen einen unerwarteten Zulauf, denn Old-Germany wird ein begehrtes Pflaster werden.

Zwischen zwitschernden Chinesen und mit Händen lamentierenden Italienern, radebrechenden Franzosen und vom Restalkohol leicht angesäuertem Spät- sorry- Frühheimkehrer aus der Nachtbar am Südstern, machen es sich Diejenigen gemütlich, die zur Arbeit müssen.

Irgendwie hat das die BVG mitbekommen, dass es sich lohnen könnte, das Image aufzupolieren, denn kurz nachdem die U-Bahn am Hermannplatz in Richtung Spandau im Tunnel verschwindet, tönt eine Stimme , die den Fahrgast und seine Mitbegleiter informiert, dass man den Bahnhof Friedrichstraße nicht mehr erreichen kann, ohne Umwege in Kauf zu nehmen.  Für die Sprachschüler, die hier eigentlich eine wunderbare und typische Deutschübung hätten, oder auch für die lernfaulen und übermüdeten Touristen kommt ein englischsprachiger Nachsatz „ to use the shuttle-service from x to y.

Pendeln also sollen diejenigen, die in die östliche Mitte Berlins wollen. Auf Umwegen und anderen U-Bahnlinien irgendwie zur Friedrichstraße zu gelangen…Ratlose Gesichter, erschrockene Mienen, angestrengte Versuche zu verstehen, was wohin und wie am besten…Zeitverlust, Angst sich zu verlaufen, Sorge, den Anschluss zu verpassen, das plagte auch Berliner, die seit Anfang des Monats 45 Minuten länger einplanen, um zur Arbeit zu kommen.

Und dabei ist es wirklich viel schneller, viel einfacher, ohne Fahrgäste, Sprachstudenten oder schläfrige Nachtschwärmer zu verunsichern. :  get off Französische Straße, walk  for 5 minutes and you will  stand right in front of Friedrichstrasse. Mein Vorschlag: einen kleinen Flyer erstellen, mit  einer Liste aller Geschäfte, die auf dem Weg liegen. Inbegriffen ein Gutschein für einen starken Morgenkaffee im Cafe an der Ecke.

Die ohnehin seit langem überbewertete Friedrichstaße kommt so wirklich zu dem Prädikat, den sie eigentlich bis dahin zu Unrecht hatte: Großstadtmeile mit Flair. Ein Lacher, wenn man z.B. den Mehringdamm in Kreuzberg nach 20 Uhr entlang flaniert…Bis dato dümpelte die Friedrichstaße  besonders nach Geschäftsschluss leise und verkehrsarm vor sich hin.

Jetzt hätte man die gute Möglichkeit, ihr eine Auffrischungsspritze zu geben. Wie wäre es,  liebe BVG. Auch wenn wir ein tolles U-Bahnnetz haben, einen gut funktionierenden Busverkehr, Tram und sogar Schiffslinien –  als Berliner darf man eines nicht vergessen: Berlin ist ein Dorf! Und manchmal sollte man die Touristen durchs Dorf treiben.

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