Silk and Paper

15. Februar 2010

vierzehn

Filed under: ZEITgeist und abgesang — silkandpaper @ 10:48 AM

Dank Blockaden von Bürgern kamen die braunen Geschichtsverdreher in Dresden nicht vom Fleck. Das ist eine schwere Niederlage für den deutschen Rechtsextremismus und ein großer Erfolg für die junge, oft noch ungefestigt erscheinende Demokratie im Osten.

Sie standen da wie angenagelt, Backe an Backe und voller Wut. 5000 Rechtsextremisten wollten am Sonnabend, dem 65. Jahrestag der Bombenangriffe auf Dresden, durch die Stadt marschieren und den Kampf um die Bilder zu diesem symbolträchtigen Datum gewinnen. Es wurde ein Debakel. Dank der Blockaden tausender Nazigegner blieben die braunen Geschichtsverdreher vor dem Bahnhof von Dresden-Neustadt eingepfercht. Bürgerliche Demokraten und Linke besetzten die umliegenden Straße und Plätze, die Polizeiführung verzichtete auf eine gewaltsame Räumung und ersparte der Stadt schwere Straßenschlachten. Viele Neonazis hatten sogar angesichts der Blockaden erst am Nachmittag den Sammelplatz am Bahnhof erreicht. Die etwas abgegriffene linke Parole aus dem spanischen Bürgerkrieg, „no pasarán“, sie werden nicht durchkommen, wurde am Sonnabend Realität.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/k…art141,3030831


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Vor allem in den Jahren 1991 bis 1994 konnte das Anschwellen rassistischer Gewalt beobachtet werden. Durch zunehmende Straftaten, wie z.B. pogromartige Aktionen gegen Ausländer und Asylbewerber, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Volksverhetzung, Bedrohung, Brandstiftungen und Propagandadelikte stieg die Zahl rechtsextremer Verbrechen in Deutschland von 2005 auf 2006 laut Verfassungsschutzbericht um 27,5 %.

In den letzten zehn Jahren kam die NPD zu neuer Kraft. Auch seit dem Jahr 2000 entstanden immer mehr so genannte Kameradschaften. Heute gibt es über 15 Kameradschaften in Berlin. Vertreten werden die Kameradschaft Germania in Lichtenberg, die Kameradschaft Tor in vielen Gebieten Berlins und die Kameradschaft Nationaler Widerstand in Berlin/Brandenburg, um nur ein paar zu nennen. Durch Symbole auf ihren T-Shirts machen sie sich in der jeweiligen Gruppe erkenntlich und kommunizieren so miteinander. Zum Beispiel steht “88” für den achten Buchstaben des Alphabets als Abkürzung für „Heil Hitler“.
Rechtsextreme verständigen sich aber auch durch Telefonmailboxen, Nationale Infotelefone (NIT) wie z.B. Radio Germania und über das Internet. So gibt es das internationale Neonazi-Skinhead-Netzwerk Blood & Honour Brandenburg, das auch einen Versandhandel führt, wo beispielsweise T-Shirts mit ihrem Symbol der Triskele (dreiarmiges Hakenkreuz) verkauft werden. Ihr Wappen trägt das Kürzel B&H in Frakturschrift auf schwarz-weiß-rotem Schild, das sind die alten Farben des Kaiserreichs. Jedoch wurde diese Organisation seit 2000 vom Bundesinnenminister verboten.

Heute gibt es auch immer mehr Frauen, die in der rechten Szene aktiv sind. Es entstanden Zusammenschlüsse wie die Gemeinschaft Deutscher Frauen (GDF), der Arbeitskreis Mädelschar und der Mädelring Thüringen, in denen sich die Frauen selber als gute Mutter und Hausfrau darstellen. So ist auch die Sängerin Annett Moeck mit ihrem Album „Eine Mutter klagt an“ bei den Rechtsextremisten sehr bekannt.
Rechte Musiker verwenden ihre Musik, um mehr Anhänger zu rekrutieren. Die Texte haben einen radikalen Inhalt, der mit eingängigen Rhythmen unterlegt ist, die sich besonders gut zum Mitgrölen eignen. Die Lieder handeln von Rassismus, Anti-
semitismus, Demokratieverachtung, Germanenkult, Kameradschaft und von der Liebe zum eigenen Land.
http://www.pogromnacht-in-spandau.ca…de/page10.html

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