Silk and Paper

29. November 2009

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:21 PM

 

Da ist nichts als das Gedachte,
was die Erde durchbricht,
was zu Wörtern geboren,
als Sprache zu ihr zurückkehrt.

Da wird niemand sein,
der diesen Weg mit dir geht,
den du, einmal wahrgenommen,
dir wirklich redest.

Da wird das sein, was ist.
Verwittert und steinig.
Nur in der Ewigkeit wird
Gras darüber wachsen.

Da wird jemand sein,
der den Diebstahl ahndet,
den du an der Sprache getan.
Und nichts von dir bleibt.

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26. November 2009

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 11:39 AM

Dort im Grenzraum,
wo selbst die Einöde weint,
wo Farben
das Grau nicht durchbrechen,
dort bist du unerreichbar.

Moorige Abgründe nähren
das Wollgras und der Wind
treibt Irrlichter
über das Brachland
deiner Sprache.

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 11:35 AM


 

Das Geheimnis der Wirklichkeit,
allgegenwärtig.
In den leeren Stellen im Gedächtnis.
dort, wo Brücken still in sich zusammensinken,
lebt die Vergangenheit.

Dort kann man nicht Irrtümer beweinen,
allvergangen.
Und Unerklärliches wird unbegreiflich,
dort, wo Das Schweigen der Erinnerung
sich dem Wort entzieht.

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 11:30 AM

Leben auf einer Sprachinsel,
sich dem Fremden aussetzen,
sich das Boot bauen,
und den unbekannten Wörtern
entgegen treiben.

Weit das Ufer,
die Böschung versandet.
Schwimmen lernen,
und mit dem Wasser
verschmelzen.

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 11:27 AM

Im eisigen Raum, im dunklen Feld

liegt meine Seele begraben.

Dicht an dicht gedrängt

die Buchstaben, das Sterben

anders zu beschreiben.

Klares Geläut, kein leises Geplauder

Aus gefrorener See.

Dicht an dicht gedrängt

die einsamsten Herzen,

unterwegs, ohne Heimat.

Weiter Himmel, der Schwarm

Dunkler Vögel. Auch heute noch.

Sie haben nicht vergessen.

Nicht wie wir, die immer noch

nach Sprache suchen.

18. November 2009

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:38 PM

Sie dehnt sich aus, die Nacht.
Ihre dunkle Innerlichkeit
spukt durch Worträume
und löst Sprache in mir aus.
 
Brüchiges durchdringt sie
mit dem geheimnisvollen Leib,
um das zu bekleiden,
was Wärme vermisst.
 
Im Verborgenen
sucht Mutter Sprache die Kinder auf,
verschwistert sie,
und nennt sie beim Namen.

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