Silk and Paper

15. September 2009

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized — silkandpaper @ 5:38 PM

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Hör den Geschichten zu,
die Dich zu den Verstecken Deiner Erinnerungen führen.
Sie blühen auf , wenn im Herbst die Blätter verwehen,
Im Sommer beschirmt der grüne Schatten Dein Leben,
im Herbst zerpflückst du den Strauch wilder Beeren
die eine fremde Süße verströmen.
Hör zu, wenn die Einsamkeit beginnt, Dich zu berauschen.
Erinnere Dich, denn dies ist der Schlüssel zu Deiner Kindheit,
ist das Zeugnis, unter dem Du mit Deiner Unterschrift
Dein SEIN besiegelst.

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10. September 2009

das JETZT heftet sich an unsere schritte

Filed under: philosophische FRAGMENTe, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 9:46 AM

Immer Zeit haben! Wer kann das von sich behaupten ?

Im Eilschritt durchquert man einen Tag, um am Ende ganz erschöpft zu sagen: wieder mal ist sie mir durch die Finger geronnen…die Zeit

Im Herbst habe ich merkwürdigerweise immer das Gefühl, unendlich viel von ihr zu haben, dieser nicht messbaren  Einheit dieses Phänomens, welches alle Gegenwart -und Zukunftsgeschichten im Jetzt vereint. Ich schaue mir die Bilder des Sommers an, die mir von unendlichen Tagen zu sprechen scheinen- kein Wunder, denn sie sind festgehalten in diesen Momentaufnahmen. Damals, das scheint lange her zu sein und doch sind erst 2 Monate vergangen, als die Sonne ganz oben das schwarze Universum ausleuchtete. Die Zeit verwischte zu gelben, flirrenden Punkten und sang blütenreiche Lieder von der Unendlichkeit.

Heute, wenn ich den wassergrauen Himmel sehe, ist von dieser Fülle von Farben in den Wolken nichts mehr zu erkennen. Alles, was der Sommer so trunken und überbordend verschenkte an Licht und Wärme, schaukelt jetzt als rotes Weinlaub an der alten Mauer. In metamorphosischer Weisheit  lagert sich die Sommerzeit dort ab, wo längst Herbst ist.

Und es wird keine 2 Wochen mehr dauern und das Laub wird unter meinen Füßen rascheln. Es wird sich dem Sterben, dem Tod ausliefern, noch einmal im ersten Herbstregen nass und schwer schimmern und glitzern und dann doch von einem Gärtner zusammengekehrt und weggeworfen werden. All die Kraft des Sommers, das Geheimnis der Verwandlung, die gespeicherte Zeit- sie wird dann irgendwo meinen Blicken entzogen wieder zu Erde werden. Vielleicht nicht nächstes Jahr, aber das Jahr darauf wird dieser dicke, braune Kompost, der von Tagen und Wochen eines Sommers durchdrungen ist, der die Farben in ihrer gesamten Palette trägt, die ersten Frühlingsblumen ernähren.

Es ist ein Wunder und ein Geheimnis, wie sich die Zeit als Künstler präsentiert, dessen Bilder tagein und tagaus in der unsichtbaren Galerie hängen, die wir die Zeitspanne eines Menschen nennen, und im gleichen Atemzug wissen, das selbst, wenn wir nicht mehr da sein werden, diese Galerie geöffnet sein wird.   Diese sichtbaren Zeitabschnitte, diese farbigen Mimikry  derer sich die ZEIT bedient, täuschen uns durch unser ganzes Leben hindurch. Wenn man von Gestern spricht, ist es heute schon Vergangenheit.

Wie ich eingangs schon bemerkte, ich fühle ich mich  im Herbst von all der Zeit durchdrungen, die ich messen konnte an den Bildern ,  fühle ich mich so, als würde ich alle Fenster in meinem Lebenshaus öffnen und bäte die Zeit herein, mein ewiger Gast zu sein .

Zeit haben! Wir haben sie immer. Das Jetzt heftet sich an unsere Schritte und wir bemerken es nicht einmal, wie wir die Transporteure der Unermesslichkeit werden.

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