Silk and Paper

1. August 2009

irgendwann

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 10:35 AM

irgendwann

wirst Du das sein, der dort sitzt
wie ein Gemälde, das seine Blicke
über den Rahmen hinaus schickt
 
jeder  fängt Deinen Blick ,
bleibt stehen und fragt sich,
wer Du wohl sein könntest.
 
unbeweglich sitzt du mit den Händen
auf deinen Knien . dein ganzes Leben
stützt Du auf Dich selbst.
 

MAR 
 
Gedanken zu einem Foto

die stadt legt sich NIEder

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:14 AM

meine-stadt1

Diese Stadt, das große Tier
was durch mein Leben stampft…
laut, dröhnend und dunkel verhangen
mit einen Rhythmus
aus Motorenrachen
die laut aufkreischen
wie Menschen an der Bühnenrampe…

der Tagesnebel stößt die Dächer an
die Straßen brechen auf
und überschwemmen mit
brackiger Sintflut die kleine Welt
vor dem Haus und
im Briefkasten blinkt ein Prospekt
in Grün und Rot . Erste Lichter übersäen dieses Jetzt.

In ganz weiter Ferne bricht
ein Flugzeug den Himmel entzwei.
Weiße Streifen lügen was
vom Tag und der Nacht
Diese Stadt legt sich nieder vor mir
Wie ein besiegter Drache…

NICHT nur klang

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:03 AM

.

Nicht nur Geschriebenes,
was sich im Papier oder Buch
beheimatet,
nicht nur Klang,
der Deine Zunge passiert
und die Lippen kitzelt,
nicht nur Schweigen,
welches an der Türe kratzt,
die Du geschlossen hast…
auch Pinselstriche , die
ein Gesicht zeichnen
was am frühen Abend verschwimmt,
oder Bleistiftlinien, die den Hass
tief einschneiden, ein Leben lang.
Nicht nur eine Welle
des vibrierenden Schalls ,
auch Schwerelosigkeit
im Weltenreigen,
sind Worte.

mar

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:17 AM

 

himmel hinterzarten 2 gestreckt

 

Ich umarme Dich
und Du zerfällst
wie ein Traum,
der sich langsam
vor dem Erwachen
auflöst , verschwimmt
und entschwindet.
Alles geht seiner Wege.
Hände wandern über
meine Haut,
umschliessen mich…
und Dein Gesicht,
gemeißelt aus Schweigen
ruht sich aus
auf meiner Schulter.
Deine Augen
wandern ins Weite
die ich hinter mir lasse…
und die Füße stehen auf
schwankendem Boden .

 
Das Schiff gleitet davon.
Du zerspringst in tausend Stücke ,
der Wind zerpflückt Dich
bis in weiter Ferne nur
ein letzter Punkt zerfloss.
Ich umarme Dich .
Wie Diebesgut halte ich
Dein Bild
in meinen Händen ;
es enthüllt Dich als Fremden,
der kam und ging
und nun ganz verblasst.
Wie ein großer Atemzug
bläht der Wind dieses
einsame Segel aus Deiner Fotografie
und trägt Dich davon.
Nichts bleibt,
nur ein Schatten und
ein unsichtbares Boot
und die Erinnerung.
 
MAR 2009

die TÜR fällt zu

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:07 AM

Wenn nur der Gram ein Leben bestimmt,
bleibt man klein und wird nie wachsen an seinen Taten ;
man bleibt blind für die Facetten und bewegt sich
selbst am hellen Tage nur im Schatten.

Wie ein jeder Krieg, der in der Nacht
in Dunkelheit des Geist’s geboren, reisst er in Stücke,
und teilt mit unbedachtem Wort Befehle aus,
und sprengt die letzte eigene Brücke.

Man geht nach Haus, und ist sein einziger Begleiter,
am schweren Mantel haftet nur ein langer Tag.
Vielleicht ein Stück von Einsamkeit und in der Tasche
klirren kleine Münzen, und ein zerrissener Vertrag.

Mit diesen Fetzen von beschriebenem Papier
will man dem kalten Sein in dieser dunklen Nacht
sich Wärme schenken. Welch ein leerer Traum ,
sich selber einzuheizen. Ohne Sinn und unbedacht.

Und jeder Krieg , der erst auf dem Papier entsteht,
und nur eines will, das schlimmste Übel Tod,
beginnt ganz klein. Und reisst alles mit sich mit,
und irgendwann  ist es zu spät für’s eigene Rettungsboot .

Die Tür fällt zu. Der Mantel hängt am Haken,
und täuscht nur vor, das da noch jemand wär…
Wie laut man ruft, wie oft man hinter Schränke schaut…
Wer blind um sich schlägt ,sich grämt und hasst, bleibt klein und leer.

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