Silk and Paper

25. Juni 2009

im RINNstein

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:28 AM

 

 

 

Im Rinnstein

Welch ein Fundort
weggeworfener Dinge;
petroleumschimmerndes Wasser
eines Dauerregens,
dessen Grün um die Wette eifert
mit dem Blätterdach eines Sommers.

Ein roter Ball;
das Kind wird lange trauern.
Ein vermisster Kamerad, der dem Himmel
für Sekunden nahe war im frohen Spiel;
hinweggespült , verfangen zwischen
dem getränkten Papier einer Reiseroute.

Wie tausend Sonnen,
die einst verlorengingen
am waschgrauen Weltenfirmament
tanzen glänzendgolden Blätter im Bach,
der wirbelnd , dem Leben gleich
alles mit sich reißt, was er fassen kann.

Hinein in den grauen Grund;
scheint glucksend das Gitter zu lachen…
hier endet Vieles, Sogar Sprichworte, die sagen,
das der Rinnstein das Letzte sei, was Du sähest.
Im dunklen Wasser spiegelt sich Dein Gesicht
und treibt dem tiefen Meer unter der Erde zu.

Tropfen für Tropfen . So ist Regen.
Und Tag für Tag höhlt Wasser den Stein.
Dinge,gesammelt , um hinweggespült zu werden.
Lebenszeit, die einem Strudel gleich sich ewig dreht…
Sommer, die stets wiederkehren,
um doch für immer im Rinnstein zu erlöschen.

 

 

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