Silk and Paper

25. Juni 2009

im RINNstein

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:28 AM

 

 

 

Im Rinnstein

Welch ein Fundort
weggeworfener Dinge;
petroleumschimmerndes Wasser
eines Dauerregens,
dessen Grün um die Wette eifert
mit dem Blätterdach eines Sommers.

Ein roter Ball;
das Kind wird lange trauern.
Ein vermisster Kamerad, der dem Himmel
für Sekunden nahe war im frohen Spiel;
hinweggespült , verfangen zwischen
dem getränkten Papier einer Reiseroute.

Wie tausend Sonnen,
die einst verlorengingen
am waschgrauen Weltenfirmament
tanzen glänzendgolden Blätter im Bach,
der wirbelnd , dem Leben gleich
alles mit sich reißt, was er fassen kann.

Hinein in den grauen Grund;
scheint glucksend das Gitter zu lachen…
hier endet Vieles, Sogar Sprichworte, die sagen,
das der Rinnstein das Letzte sei, was Du sähest.
Im dunklen Wasser spiegelt sich Dein Gesicht
und treibt dem tiefen Meer unter der Erde zu.

Tropfen für Tropfen . So ist Regen.
Und Tag für Tag höhlt Wasser den Stein.
Dinge,gesammelt , um hinweggespült zu werden.
Lebenszeit, die einem Strudel gleich sich ewig dreht…
Sommer, die stets wiederkehren,
um doch für immer im Rinnstein zu erlöschen.

 

 

16. Juni 2009

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:31 AM

imm009_9a

Du kehrst zurück
und es liegt Staub
auf Deinen Spuren…
die Welt zu Deinen Füßen
hat in Deinem Herzen Platz.

Die Einsamkeit wiegt
nach einer Reise doppelt schwer.
Und all die Träume
erblinden im Spiegel
durch Tränen hindurch.

Wenn die Jahre entfliehen,
und Wände sprechen lernen,
kommt die Erinnerung zu Dir.
Sie hat nicht Deine Spuren
von damals vergessen…

MAR 2009

GANZ durchsichtig

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:21 AM

tulpe-vergr

ganz durchsichtig und einfach ist es,
das wahre wort,
welches aus erfahrung geboren
den ufern zustrebt.

wie hohl und schwer zugleich
die lüge,
welche aus leere geboren
im meer der sprache untergeht.

SPRACHe

Filed under: sprach-RÄUME lyrik, Uncategorized — silkandpaper @ 7:25 AM

Der Sprache ergeben,
seit dem ersten Laut verzückt,
sage ich Dir: bitte schweige!

Ein schmerzlicher Gedanke,
das Deine Wörter andere Dinge zieren,
um ihr Geheimnis zu entzaubern.

Es ist so leer dahingesagt,
das Wort aus Deinem Mund,
dass ich es schon als Verlust beklage.

Nie wieder könnte es mich
an dem berauschen,
was verloren ging durch Dich

MAR 2009

MITtsommer

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:20 AM

mond12

..wie im Tropfen einer Sonnenbrücke

über einem leeren, ausgeglühten Tal schwirrt das Schweigen

Das matte Grau richtet sich häuslich ein

Bald ist Mittsommernacht.

MAR 2009

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