Silk and Paper

26. März 2008

U-bahn streik 2008

Filed under: going underGROUND, sprach-RÄUME lyrik — Schlagwörter: , — silkandpaper @ 8:32 AM

es ist wieder da
das vibrieren
aus der tiefe…
im dunkeln
höre ich
die stadt atmen.
an den gleisen
drängen sich
wieder menschen.

tage und nächte
ohne dem rhythmus
einer stadt…
nur dem pulsieren
des eigenen lebens
lauschen…
atemzug für atemzug
legte sich
auf die stille
und hob
das wesentliche
ans licht.
menschen strömten
wieder
auf gehsteigen
dem aufgehenden
tag entgegen

der untergrund
und die adern, die
sonst dem hier
ihre rastlosigkeit
aufdrückten,
schwieg.
an eisernen zäunen
flatterte die botschaft,
zu fuss das gelände
zu ergründen,
in dem man
zu hause ist.
plötzlich sah man
das haus, es war rosa
und der park dort
war ganz neu…
am ende der straße
erkannte man
seine nachbarin
und es blieb zeit.

es ist wieder da,
das rauschen
aus dem untergrund
und ich höre imaginär
die schritte
fremder menschen,
die dem ausgang zuströmen.
dumpf hallt die tür…
jetzt findet leben
wieder anderswo statt.

mar, u-bahn-streik

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9. März 2008

… es muss nicht SEIN, dass man alles versteht…

Filed under: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik — Schlagwörter: , , , , — silkandpaper @ 1:03 PM

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 Ein leeres Zimmer ist der Tag;
hier schütte ich mein Leben aus,
aus einem Krug,
der tanzendes Wasser umschließt
so daß es hinein fließt in die Stunden,
die sich an Täuschungen reiben
und am Überfluß laben.

Auf dem kleinen Teich seiner Oberfläche:
Trugbilder, Gesichter aus alter Zeit,
archaische Wesen
voller Lebendigkeit, die aus
Wassertropfen Perlenketten zaubern
denen ich nachtauche
im Urgrund der Erinnerung.

Zwischen Idylle und Untergang
plätschert das Sein dahin und
plötzlich öffnen sich Zimmerfluchten
zur Kindheit hin und eine Tür
fällt ins Schloss, weit, weit weg
und das Fenster schließt sich.
Verstecktes Geheimnis . Verborgener Raum.

Eine Hand fängt den Tropfen auf,
der schwer auf den Tisch
niederfällt und wie eine gläserne Straße
zieht sich das Schweigen dahin.
Es muss nicht sein, daß man alles verstünde,
nur wirken lassen solle man das Bild
der Illusion Leben…

Der Tag ist ein leeres Zimmer,
was sonst bliebe zu sagen, wenn man
Erkundungen macht im eigenen Haus
mit den Wänden , die mit Zeit getränkt sind.
Ich fülle es mit meinem Atem ,
damit er sich am Fenster
als Tau niederschlägt.

Halt ein, sei still… sagt die Uhr
die meine Stunden sammelt
und sie dann an das Schweigen verkauft
damit es nicht so farblos
durch die Welt wandert, sondern
ein Gesicht erhält, welches
meinen Namen tragen wird.

Es muss nicht sein, das man mich erkennt;
es soll nur einmal sichtbar sein
und dich erinnern, das
alle Trugbilder, die auf dem
Wasser träge dahinschaukeln,
von der großen Welle des Nichts
verschlungen werden.

Jede Verschnürung wird sich lösen
und die Spiegelbilder werden
dem Grund entgegensinken.
Was bleibt ist ein erstaunter Blick,
und die Erkenntnis, das jeder gelebte Tag
eine Nachricht aus der Stille ist,
die du nicht benennen kannst.

MAR 2008

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