Silk and Paper

21. Februar 2008

ABENDskizze

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 11:22 AM

mar-und-mare.jpg

 

Es riecht nach Zuhaus’

Nach gebohnerten Stufen

Die Häuser sind gelb und rot eingefasst.

Die Straße liegt still,

fern hör ich Kinder rufen…

hier verträumt ein Tag ohne Hast

Ein Fenster steht offen.

Ein weißes Tuch weht

über Blumentöpfe wie fallender Schnee

Es wird Abend

und im Rahmen zittert

ein schmerzliches Weinen der Ney…

Ich schließe die Augen

und ich seh’ meine Kindheit

doch die Lieder sind anders, fast fremd.

Und die Mauern verströmen

die Düfte von Steinen,

die man Vergangenheit nennt.

Im Türbogen lehnt sich

ein winziger Schatten.

Und er klingelt an einer vergessenen Tür.

Er lächelt mir zu,

doch er weiß so wie ich,

den er sucht, wohnt nicht mehr hier.

 

©MAR

 

SEKUNDEngedicht

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 10:42 AM

blumenkasten-stillleben-nach-der-feier-am-morgen.jpg

Der Tag beginnt.
Der Himmel schüttet Farben aus
und nimmt das Grau zur Hand.
Ein lila Ton darin verborgen,
und auch ein rotes Band.

Im Fenster liegt ein wenig Schwarz,
der Regen spült es weg.
Ein gelber Punkt , der erste Strahl
gesellt sich zu dem Fleck.

So liegen Tag und Nacht vereint
Ganz nah für den Moment.
Es scheint, das Dunkelheit das Licht
Wie den Geliebten kennt.

Das heiße Feuer Morgenrot
Vermählt die beiden schnell.
Vorbei das Glück . Vorbei die Nacht.
Am Himmel wird es hell.


©MAR

1. Februar 2008

ob unser LEBEN, unser sein, unser wirken durchlässig für andere menschen sein wird…

Filed under: philosophische FRAGMENTe, Uncategorized, wahrNEHMungen — Schlagwörter: , , , — silkandpaper @ 11:32 AM

hand1.jpg

Zitat aus einem meiner früheren Beiträge: zufällig ist mal wieder sommer“ Das Suchen nach einer Konvergenz zwischen Physik und Mystik haben ja schon in vorangegangenen Beiträgen auch mein Suchen nach Rationalität im Einklang / Ergänzung zur Intuition mit Ereignissen und Erfahrungen aufgeworfen.Man lebt im Gleichklang dahin, so meint man. Trotz offenen Geistes erschließt sich die Welt nicht im wissenschaftlichen Sinn, sondern im intuitiven, im wahrnehmenden Sinne. Doch auch Wahrnehmungen sind verfremdet oder nicht aufschlüsselbar, weil Grundmodelle der modernen Physik nicht immer eingängig dem Menschen offenbart werden , sie auch als mystische innere Abläufe der Seinswerdung zu erkennen.Zitat Ende…………

anknüpfender Gedanke ….

ES ist an einem samstag mal die zeit gewesen, sich durch alte beiträge zu forsten – nicht, daß ich nicht des öfteren mal hier in meine seite reingeschaut hätte. es ist ja mehr oder weniger immer mal ein rückblick oder einblick auf geschriebenes ,…die unregelmässigen abstände der beikträge und die LEERE, die scheinbar zwischen dem letzten datum und dem heutigen liegt, hat mich verleitet, am letzten beitrag zum thema „zufall“  ein bisschen anzuknüpfen , aber auch die LEHREN, die das vergangene jahr in diese oder jene leben gestreut wurden, zu beleben.wie sich die zeit wandelt, und doch zugleich stehenbleibt.
das man vergangenes wieder in die jetzt-zeit holt, ist wie ,als wenn man die relationen von zeit und raum zu minimieren versucht ; so, als würde man etwas ausserhalb jedes gewesenem dieses einen stück gegenwart abringen, welches eben genau in diesen heutigen tag passen würde.
im gewissen sinne begleiten ja viele worte, erkenntnisse und situationen, auch die des virtuellen lebens, unsere wahrnehmung. wie ein mensch, der durch peripherisches sehen alles aus den augenwinkeln betrachtet und alles was er wahrnimmt , zu einem ganzen verschnüren kann.
unsere unbewusste perzeption hilft dabei, die wesentlichen dinge tatsächlich als wesentlich zu erfassen, sie abzuspeichern und in einem moment, wenn man darauf zurückgreifen möchte, dies auch tun kann.
es ist nicht nur die blosse erinnerung, die aufgewühlt wird, es ist auch erkennen, das das menschliche SEIN immer in einem ausnahmezustand zu sein schein…
im zeit- und raumgefüge des universums sind diese kurzen lebensformen wie das des menschlichen lebens tatsächlich ausnahmeformen. was sind 70 jahre in einem schmelztiegel von jahrmillionen.
was sind worte im meer der millionen worte, die tagtäglich geschrieben und gesprochen werden. nichts.
es sind verflüchtigte lettern, von denen ganz wenige „verzeitlicht“ werden können. es sind ganz wenige, die bestand haben vor dem millionen augen, die darüber gleiten und am nächsten tag schon nicht mehr wissen , was sie gelesen haben.

das sein des menschen ist für viele andere menschen nur ein weisser fleck auf ihrer innern landkarte, das sein als lebensform eines menschen ist besiegelt durch das erste einatmen bei der geburt. und wie so vieles ist die geburt der auslöser , auch über den tod nachzudenken.
früher hatte ich in erzählungen oder märchen immer im ohr: wenn ein mensch geboren wird, stirbt anderswo jemand.
in geschichten wird das so plastisch dargestellt , das man wirklich meinen könnte, da ist ein kommen und gehen wie am fliessband. heute weiss ich, das es die in märchen verpackten wahrheiten über den sinn des lebens sind. es ist die volksnahe philosophie, das wir alle irgendwann an der anderen seite des „fliessbandes “ stehen und das wir als SEIENDE ins SEIN zurückkehren.

es ist der moment, wo sich entscheidet, ob unser leben, unser sein, unser wirken durchlässig für andere menschen sein wird. ob etwas hinterlassen wird, was irgendwann jemand in weiter ferne das, was von uns blieb, in seine zeit hineinheben wird.

ich stelle sehr oft fest , das das, was ich lese auch wahr nehme. damit meine ich nicht das „bis auf die haut heranrücken“ , sondern das aus der distanz sehende.
erst die distanz kann wesentlichen dingen einen sinn verleihen. aus der distanz wandeln sich die begriffe zu begriffsmetapher und nimmt mich damit „aus der zeit heraus“ .
ich versuche das mal anhand eines fiktiven, virtuellen austausches zwischen menschen zu erklären…wir loggen uns morgens oder tagsüber ins internet ein und werde von einer fülle an mitteilungen überschwemmt. mitteilungen aus der vergangenheit. gestern oder gestern nacht ist nicht heute .
ich kann also nicht gegenwärtig sein mit dem gesagten eines anderen , weil ich erst heute dieses gesagte in meine reale zeit hineinnehmen kann. man ist sozusagen ohnehin schon „ausser der zeit“. meine wahrnehmung registriert es aber im ersten moment als „gegenwärtig“ .
also trete ich ( imaginär) ganz bewusst einen schritt zurück, um diese empfundene gleichzeitigkeit wieder aufzulösen.
diese leere oder distanz ist notwendig, um die wirkung des wortes in seine ursprüngliche bedeutung „zurückzuweisen“. der mächtigkeit eines satzes oder eines begriffes kommt somit nur die macht zu, die ihr in ihrem sprachwirken zusteht.
unsere antworten , die aus dem heute kommend auf eine wortkette von gestern eingeflochten werden, müssen praktisch gestriges ins gegenwärtige einbinden.
unser ICH weiss das und erkennt , das wir mit variablen arbeiten. wir lesen uns texte durch und selektieren diese nach wirkungsmächtigkeit oder nach nachhaltigkeit . dieses betrachten und sortieren bewirkt , das gelesenes haften bleibt, subtil. es bewirkt, das wir den wiedererkennungsmechanismus aktivieren und schon vorhandenes mit dem neuen verbindet.

man lernt subtil zu differenzieren und sogar, das man statt einen schritt zwei schritte zurücktreten muss, wenn sich durch andere verkettungen ein- und derselben worte der sprachliche terminus zur mauer wird, anstatt zum grenzüberschreitenden , zeitüberwindenden austausch.
…. wenn man geschriebenes liest und dieses geschriebene an einem datum festgemacht wird, liegt es in der natur des menschen, sich auf dieses datum zu berufen. in meinem zeitempfinden ist es für mich eigentlich unmöglich, gedanken, die man lange vorher hatte und erst heute niederschreibt, ihre wirksamkeit an diesem datum festzuklammern, an dem sie „schriftpräsenz “ erhielten.
das geschriebene hat eigentlich „nur“ das SEIENDE in eine ästhetische form gebracht.
das wissen wir alle, das das , was man in sich trägt und was einem wichtig erscheint, eine ganz besonderer form bedarf, um es den menschen nahe zu bringen, die sich in „meiner zeit“ bewegen . und natürlich soll es menschen erreichen, die sich nicht scheuen, eine zeitreise zu machen.
das ist nichts galaktisches oder surreales, von dem ich spreche, sondern ich meine die möglichkeit, sich worte, texte , geschichten durchzulesen, um damit die „zeit und den raum“ eines anderen menschen als etwas innerliches zu erfassen und zu begreifen.

Wenn ich anderswo schreibe, der sinn des lebens ist das SEIN, dann ist das die stark verkürzte form aller inhalte der philosophischen ausrichtungen ; eine quintessenz dessen, was uns als menschen möglich macht , sich im SEIN zu bewegen, ohne unser leben an einem datum festzumachen.
wenn wir zeit und raum als den hintergrund eines menschlichen erdenlebens wahrnehmen, in dem wir einen schritt zurückgehen, aus der distanz betrachten, was letztendlich mit uns zu tun hat, aber auch ohne uns bestehen kann, dann ist das die eintrittskarte zur inneren erkenntnis und zur wahrnehmung die mit WAHR zu tun hat…

MAR 19.1.2008

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