Silk and Paper

20. Oktober 2007

unterWEGs sein mit der zeit

Filed under: DER mensch als fremder ORT, wahrNEHMungen — silkandpaper @ 6:50 AM

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Schubladen…. ja , ich werde nochmals diesen Begriff bemühen- jetzt, wenn ich gerade die Koffer packe und dies oder jenes doch wieder in die Schubladen zurückgestopft habe… brauch ich nicht, mag ich nicht, ist nicht wichtig….

Die Zeit, die ich eigentlich fürs Kofferpacken eingeplant habe ist schier zu wenig. Da sitze ich nun auf dem Fußboden, krame dies oder jenes aus den hintersten Regalecken ( puh diese Staubflocken…! ) , weil doch da etwas ist, was ich vermeintlich dort vermute…Ich finde es nicht- und die Zeit vergeht.

Bald werde ich unterwegs sein; auf der Reise.

Es ist gut , wenn etwas zum Ruhen kommen kann, wenn man sich zeitweilig von Alltäglichem entfernt…wenn die Zeit zeigen wird , ob man nach einer Reise dort wieder anknüpfen könnte, wo sich vormals die Gedanken eingelebt und wohlgefühlt haben. Jetzt aber bin ich erst einmal unterwegs. Ich nehme mir eine Aus-Zeit. Und doch werde ich nicht im AUS sein…

Wir sind doch immer unterwegs mit der Zeit. Wir leben immer für die Zeit. Wir nehmen uns die Zeit schon lange , bevor wie dürften sie zu nehmen. Zeitabschnitte, so nennen wir Situationen aus unserem Alltag, aus unserem Erleben, aus unseren eigenen Veränderungen, aus denen wir aus unserem normalen Leben hervorgehoben werden. Zeitabschnitte, so nennen wir gelebtes Leben und gescheiterte Beziehungen, aneinandergereiht…unser ganzes Leben ist ein Abschnitt der Zeit. Wir bewegen die Zeit, weil wir ihre „Abschnitte“ mit uns herumtragen. Wir bewegen die Zeit, die unsichtbare, die uns mit ihrer lautlosen Würde manchmal erschlägt. Wir altern und die Zeit altert mit uns – und trotzdem bleibt die Zeit jung ; zur gleichen Zeit an anderen Orten. Alles wiederholt sich und alles scheint gleich zu bleiben. Wie verändern wir uns als Menschen? Oder verändern wir nur die Sichtweise; was verändert uns als Mensch und was lässt uns gleich bleiben …? Sitzend vor dem hohen Gras einer Sommerwiese, und im Blick eingefangen die wilden Blumen und die Apfelbäume, die wohl aus weggeworfenen Apfelkerngehäusen hier auf der Wiese Wurzeln schlugen…

Alte Frauen, die für ihr Geschwätz die kräftigen Hände gebrauchen , wie Ruder in die Luft Gesten schreiben…

Alles ist wie immer . Alles ist wie seit Jahren und doch anders,

Wie oft habe ich versucht , grüne , satte Wiesen zu zeichnen. Es ist unmöglich, würde ich nicht ins Kitschige abgleiten wollen. Ich müßte ein Genie sein, um das zeichnen zu können.

Denn ich müßte die ZEIT zeichnen können. Müßte das Gefühl zeichnen können, welches ich habe , wenn ich mich in dieses weiche grüne Bett hineinfallen lassen möchte; dieses innere Weinen vor Freude…Kein Bild , kein Foto könnte dies festhalten- meine Seufzer tief in meiner Seele.

Zeit.

Wie immer fasziniert sie mich in Augenblicken, wenn ich Ruhe finde, sie als das Besondere wahrzunehme. Ich atme die Stille dieser Zeit. Hier. Wie gestern. Wie vor einem Jahr. Meine ständige Bewegung in der Zeit, so ist auch die ständige Bewegung in der Welt. Jede kleine oder große Reise hebt mich in tausende Welten hinein und aus meiner eigenen heraus…

Ich treffe auf Menschen Ich sehe sie in dieser imaginären Zeit. Ich lese in Büchern von aller Menschen Leben- Jeder ist also wirklich! Obwohl sie in einer anderen Welt leben , gehören sie zu meinen Welten. Sie gehören zu diesen Dimensionen, wo die Gedanken noch einen Wert haben.

Zeitabschnitte. Zeitdimensionen. Zeitgewinn.

Ich halte die Zeit an. Jetzt. Ich bewege mich nicht und fliege doch schon davon . Ich halte die Zeit an und nehme andere Menschen gerne mit in diese Stille hinein. Es ist wie ein Gleiten auf Schneekufen. Lautlos. Wörter auf dem Papier. Und auf weißen, weichen Grund gleitet man in die große , weite Welt hinein- nur das der Schnee hier die Seiten sind.

Seiten, die durch meine Hände gehen.

Manchmal dachte ich oft: der Sommer , der mir verloren ging, ist unverkennbar weiß geblieben, blasse Bilder verschwommene Rahmen, zitternde Glut . Und nun schieben sich die Zeitzwischenräume in den Vordergrund und ich erinnere mich wieder: Nein- alle Sommer waren grün, frisch und klar. Wiegende Tage und warme , schmeichelnde Nächte…

Duft von Gras und der Geruch von Blüten steigen in die Nase . Ich wünschte , ich könnte den Sommer so eindrucksvoll in Seele anderer Menschen sinken lassen, damit man den Herbst und den Winter heiter überdauern kann-

Euch allen aber, Euch Lesern und neugierigen Gästen wünsche ich eine schöne Zeit und denen , die sich zu den Daheimgebliebenen zählen , sage ich, packt einfach einen Koffer! Selbst wenn Ihr nicht verreisen werdet. Es weckt die Phantasie.

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