Silk and Paper

15. September 2007

ZUFÄLLIG ist mal wieder sommer

Filed under: philosophische FRAGMENTe — silkandpaper @ 5:41 PM

Zufällig ist wieder mal Sommer…

Gibt es den Zufall? Interessanterweise ist mir diese Frage gleich zweimal in den letzten Tagen ins Auge gesprungen. Nicht nur das Wort , sondern auch das Ereignis, welches an sich diese Frage nach der Wiederkehr bestimmter Ereignisse oder Ähnlichkeiten aufwirft Und heute sitze ich an meinem Schreibtisch und halte einen Akademie-Bericht in der Hand, dessen Titel mich auffordert, die Seiten aufzuschlagen. Moderne Physik und New Age – so heißt dieser viel-und nichtssagenden Titel. Ein weißer Einband mit einem tanzenden Shiva und den kybernetischen Formeln einer Berechnung als eye- Catcher. Man darf den Titel nicht missinterpretieren, es ist eine wissenschaftliche Studie über das „Tao der Physik“ von Fridjof Capra

Und siehe da, das Tao wurde doch auch gerade kürzlich in einem Gespräch erwähnt, als eine Freundin einer anderen die  Sinnfrage nach momentanen seelischen Zuständen  in einer Weise erklären  wollte, die meinem philosophischem Hunger sehr nahe kommt. Dann fielen mir auch noch die gesamten Gedichte im 12. Band der Gesamtausgabe seiner Werke von Johannes Kepler in die Hände… also ich weiß nicht recht: es liegt etwas in der Luft. …Merkwürdig? Denkwürdig? Zufälle physikalischer Natur oder mystischer Vorgang der Intuition, die sich nach innen öffnet und den Fokus nach Außen weitet… ?
„Mystiker und Physiker kommen zur selben Schlussfolgerung , die von einem Reich im Inneren ausgeht, und einem Reich der äußeren Welt. Die Harmonie zwischen beiden bestätigt die alte indische Weisheit, das die letzte äußere Realität mit der inneren Realität identisch sind“ ( Capra: Das Tao der Physik) .. …

Das Tao von Laotse hatte ich jahrelang in meiner Manteltasche und meiner Aktentasche herumgetragen und natürlich bis zur Unkenntlichkeit „abgelesen“. Ich könnte jetzt nicht einmal sagen, ob ich zu dieser Zeit in einem ähnlichen Zustand von Zweifeln oder Eigenbefragung war, aber ich war mit diesem dünnen Büchlein sehr gut bedient. Das ist , wie gesagt, schon eine Weile her; doch wie der „Zufall“ es will, treffen ( bei mir ) mehrere Signale in kürzester Zeit aufeinander: Tao, Zufall, verschiedene Sinnfragen, Capras Buch und die Kritik an demselben, der Auslöser zur Studie 1975 ein Erlebnis , sagen wir , eine Seinserfahrung , die rein physikalischer Natur zu sein schien, und ihn (Capra) am MEER zur spirituellen Erkenntnis brachte, sich des Gottes Shiva ( ind. Gott der Zerstörung) näher anzunehmen. Die mystische Betrachtungsweise, gepaart mit wissenschaftlichem Background, mit der Sehnsucht nach der Ganzheit des Menschen und der inneren , kritischen Betrachtung der existierenden Moderne , die Betrachtung der Welt mit holistischem, ökologischem und feministischem Blick muss in dieser Zeit , als das so genannte NEW-AGE- Zeitalter in aller Munde war, beängstigend auf einige theoretische Physiker gewirkt haben. Ich selbst konnte nur mit NEW AGE gar nichts anfangen, weil ich mich eigentlich immer auf meine eigenen innerlichen Erfahrungen verlassen habe, und keinen Strömungen gefolgt bin. Deshalb war ich doch plötzlich sehr fasziniert, das „AHA-Erlebnis“ von Capra nachzulesen und den Wissenschaftler Capra als einen interessanten Gedankenbruder zu entdecken. Holistische Gedanken finden sich bei Hegel und Leibniz, so das ich, als ich weiterblätterte in dieser kleinen Studie doch höchst erfreut war, all den Gedanken wieder zu begegnen , die sich manchmal zerstreut und manchmal geballt in meinem Kopf festsetzen.
Physik war zu Beginn des 20 Jahrhundert ein philosophisches Fach, also kein rein naturwissenschaftliches. Dies erklärt wohl auch (noch), dass Naturwissenschaftler dieser Zeit Zusammenhänge meist mit philosophischem Grundtenor in der Sprache erläutern konnten. Capra greift diesen Sprachduktus zumindest im „TAO der Physik „ auf. .

Das Suchen nach einer Konvergenz zwischen Physik und Mystik habe ich  ja schon in vorangegangenen Einträgen in meine Tagebücher  und beim  Suchen nach Rationalität im Einklang / Ergänzung zur Intuition mit Ereignissen und Erfahrungen aufgeworfen.

Man lebt im Gleichklang dahin, so meint man. Trotz offenen Geistes erschließt sich die Welt nicht im wissenschaftlichen Sinn, sondern im intuitiven, im wahrnehmenden Sinne. Doch auch Wahrnehmungen sind verfremdet oder nicht aufschlüsselbar, weil Grundmodelle der modernen Physik nicht immer eingängig dem Menschen offenbart werden , sie auch als mystische innere Abläufe der Seinswerdung zu erkennen.

Ich bin so fasziniert von dieser über 400 Seiten-Schrift, die das Thema „Capra-und das Tao der Physik“ behandelt, das ich mich wirklich fragen muss, wieso habe ich es gerade JETZT entdeckt. Zufall?

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1 Kommentar »

  1. […] aus einem meine früheren Beitrags: zufällig ist mal wieder sommer Das Suchen nach einer Konvergenz zwischen Physik und Mystik haben ja schon in vorangegangenen […]

    Pingback von ob unser LEBEN, unser sein, unser wirken durchlässig für andere menschen sein wird… « Silk and Paper — 2. Februar 2008 @ 6:44 AM


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