Silk and Paper

1. September 2007

Filed under: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 10:32 PM

dielenboden-mein-zimmer.jpg

 

auf den hölzernen schwellen der zeit gehe ich spazieren.
ohne zu spüren durchschreite ich all diese leben
die hier geboren und vollendet wurden.
all ihre ewigkeiten sind eingezeichnet in die ringe der bäume,
die sich hier als knisternde dielen ab und zu überlegen,
ob sie nicht noch einmal ihre äste ausschlagen lassen .

 

nachts flüstern sie und wenn das wetter umschlägt
dann höre ich das holz aufbegehren gegen die zeit .
„laß mich deine schritte spüren“ das zwitschert der alte boden
wenn ich zur tür laufe und der endlosigkeit raum geben will.
nichts ist lautlos. der erste schrei des kindes nicht
und nicht der ruhige abschied, nicht all die jahre entrückter zeit.

 

nachts, wenn sich das universum als traum in mein leben schleicht
werde ich wach. ich erinnere mich an den schrank meiner großmutter
oft erwachte ich als kind unter alten kleidern , mit einem buch im arm.
die geborgenheit , die der geruch des holzes verströmte,
führte mich zu diesem knisternden pfad , zu diesem alten haus.
auf den schwellen der zeit gehe ich spazieren.

 

 

.

 

 

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