Silk and Paper

27. August 2007

warGAME going underground

Filed under: going underGROUND — Schlagwörter: , , , , , , , — silkandpaper @ 11:40 AM

tusche-cigarette.jpg

gerade heute morgen , wieder eine brechend volle u-bahn, fiel mein blick auf die kleinen monitore, die werbung und nachrichten still aber ziemlich beharrlich in die menge streuen.
da lese ich plötzlich : war game. Leise erinnerte ich mich eines films, ala hollywood…. Ist schon lange her… nun ja, ich dachte, am 8. februar beginnen die filmfestspiele, vielleicht ist das einen retrospektive-ankündigung…. Nein. Weit gefehlt! Es war eine anwerbung der us-army für statisten! Da sucht doch tatsächlich die us-army leute, die als statisten den terroristen geben oder den polizisten oder als opfer eines fiktiven anschlages herhalten . als ob es nicht schon genug kriegsspiele gäbe in form von video und animation… aber es erschliesst sich mir eh nicht vieles, was mit waffengewalt zu tun hat.
der nächste spot aber hatte es in sich. ein jugendlicher macht sich abends ausgehfertig…. nein nein, nicht zur disco , sondern mit vermummender maske und spraydosen im handgepäck zog er auf piste, um seinem drang des vandalismus zu frönen…. die gutbürgerlichen eltern standen ratlos daneben, in ihrer nett eingerichteten wohnung , so auch das zimmer des aufmüpfigen jungen, sauber, ordentlich und wohnlich.
doch der spott wäre nicht ein spott, wenn er so enden würde. kaum war der rabauke ausser haus , demolierten die eltern das zimmer ihres sprösslings, hauten alles kurz und klein, besprühten die wände mit parolen und setzten sich danach zufrieden in ihre ohrensessel und erfreuten sich des wohlverdienten feierabends.
na ja, das blöde gesicht des sohnes kann sich wohl jeder vorstellen! als der nach hause kam und sein zimmer nämlich genau so vorfand, wie er draussen mit dem eigentum andere verfuhr. ein inneres lachen, ok schadenfroh aber ehrlich, durchfuhr mich bei diesem spott….
spot drei der morgendlichen berieselung suggeriert mir „going underground“- … und hilft mir dabei diese kleine geschichte abzuschliessen.
denn „going underground“ ist tatsächlich ein titel , den man den filmfestspielen zuordnen kann. diese worte aber umschreiben ja eine tatigkeit, etwas , was uns geläufig ist als „untertauchen“ – obwohl hier die u-bahn gemeint ist, die während der filmfestspiele wettbewerbsfilme sprich kurzfilme ausstrahlt .
ich musste innerlich einfach nur noch die fäden zusammenknüpfen, die sich zwischen der virtuellen welt des www , und der realen welt der berliner-u-bahn und der suggerierten welt des films vor mir lagen. Wieder einmal bestätigt sich , das alles irgendwie miteinander zu tun hat. oder besser, man kann alles miteinander verknüpfen, wenn man die augen offenhält… war game … ist kriegsspiel, vandalismus ist eine art von einem kleinen kriegsspiel mit ebenfalls verherrender wirkung … und kann man auch mit anderen dingen auf kriegsfuss stehen? sicherlich – und wenn ich mit manch alltäglichen auf kriegsfuss stehe, fliegen schon mal unkontrolliert worte wie kleine kugeln durch den kopf.
going-underground kann man auch ganz anders übersetzen; es ist eine art , sich zu verstecken , zu verbergen…. verstecken und verbergen hat man eigentlich nur nötig, wenn man sich einer nicht angemessenen unrichtigen handlungsweise ganz und gar bewusst ist…
denn : kriegsspiele erfordern eine strategie. ähnlich wie bei den spielen, die harmloserer art sind, wie mensch ärgere dich nicht oder halma, schach oder go…meinetwegen auch kartenspiele oder auch galgenraten. doch halt…. galgenraten ist ein spiel , da muss man worte kennen, da muss man worte buchstabieren können, man muss worte erraten können. man muss mit worten umgehen können. aber mit worten und sprache jonglieren, das erfordert eine andere strategie….
worte , die missbraucht werden können auch zu geschossen mutieren.
so eine art verbaler vandalismus. Ein schrecklicher gedanke, von diesem vandalismus erfasst zu werden…
das möchte ich eigentlich nicht, den ich liebe meine sprache.

morgens in der u-bahn- zwischen 8:30 und 9:10 uhr

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