Silk and Paper

September 15, 2009

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 5:38

Sample picture

Hör den Geschichten zu,
die Dich zu den Verstecken Deiner Erinnerungen führen.
Sie blühen auf , wenn im Herbst die Blätter verwehen,
Im Sommer beschirmt der grüne Schatten Dein Leben,
im Herbst zerpflückst du den Strauch wilder Beeren
die eine fremde Süße verströmen.
Hör zu, wenn die Einsamkeit beginnt, Dich zu berauschen.
Erinnere Dich, denn dies ist der Schlüssel zu Deiner Kindheit,
ist das Zeugnis, unter dem Du mit Deiner Unterschrift
Dein SEIN besiegelst.

Juni 16, 2009

SPRACHe

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:25

Der Sprache ergeben,
seit dem ersten Laut verzückt,
sage ich Dir: bitte schweige!

Ein schmerzlicher Gedanke,
das Deine Wörter andere Dinge zieren,
um ihr Geheimnis zu entzaubern.

Es ist so leer dahingesagt,
das Wort aus Deinem Mund,
dass ich es schon als Verlust beklage.

Nie wieder könnte es mich
an dem berauschen,
was verloren ging durch Dich

MAR 2009

April 27, 2009

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 4:23
kaleici
5 Uhr morgens-

die fremde Katze verharrt

im letzten Licht des Cafe’s,

oben im Baum schreit eine Krähe,

die Amsel übertönt

jedes startende Auto,

in der Ferne klingelt ein Wecker,

der Leiterwagen holpert über

das Kopfsteinpflaster und

der Zeitungsträger raucht die dritte Zigarette…

die schleicht weiter, die Katze

das Licht wird geloschen,

die Krähe fliegt zum anderen Baum.

Die Amsel singt, als wäre sie der

letzte Botschafter jeglicher Musik,

das Auto findet seinen Weg,

eine müde Hand legt sich auf den Wecker,

der Leiterwagen steht vor dem Haus

und der Zeitungsträger

sitzt für einen Kaffee auf den Stufen…

Sein großes Schlüsselbund schliesst

alle Türen auf zu unserem

nächtlichen Paradies und alle Wahrheiten,

die am Abend schon Vergangenheit sind

liegen gut verschlossen in

einem Briefkasten bis zur siebten Stunde.

Im Vorübergehen grüßt man sich als Nachbarn

und schon bevor man antwortet kann

ist er verschwunden.

Es ist nicht mehr seine Zeit.

 

März 17, 2009

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 10:48

massada1

Ich bin an der Nacht
vorübergegangen,
an ihrem schimmernden Stufen
durchsichtigen Blau’s,
an ihrer schamhaft
geflüsterten Liebe
zum kühlen Wind…
vorübergegangen
am Perlenband
der schwindenden Silhouette
über der schattigen Stadt.

Ich bin an der Nacht
vorübergegangen,
an ausgetrunkenen Pfützen
täuschender Tiefe,
am verschlafenen Ruf
nach der Verschwiegenheit
der ersten Liebe…
vorübergegangen
an verblassenden Sternen,
diese weitentfernte Gaukler
am Zaum des Mondes.

Ich bin an der Nacht
vorübergegangen,
an ihrer flatterhaften Gedanken
verwandelbarer Tiefe,
an Blicken, die mich
in Neugier mustern
und suchten, mich zu entflammen…
vorübergegangen
am erdachten Betrug
der letzten Liebe
des Tages vorher.

MAR 2009 __________

März 10, 2009

geDANKe

Gespeichert unter: philosophische FRAGMENTe, sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 11:28

tulpe-vergr

Ein Gedanke,

der aus dem Dunkel

ans Licht drängt,

sich mit Regen schmückt,

wie ein Morgen…

der mit

gläsernem Beiwerk Regen ,

so wie Inspiration,

die scheinbar klar,

auch Staub mit sich

fortschwemmt.,

um durch steinigen Boden gesickert,

als Quelle

für nie Dagewesenes.

Ohne sich

an etwas festzuhalten,

macht er

Dinge dinghaft

und löst aus

steinernen Bergen

Lawinen , die anfangs Geröll,

doch dann

gefestigt und verwoben

mit dem Wurzelwerk,

als Ganzes dem Tal

des Schweigens

entgegen donnert,

um doch als kleine Kiesel

Wege zu befestigen.

Februar 25, 2009

verloren

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:26

 

Diese Leere springt Dir entgegen,
dieses Muttermal aus Dunkelheit ,
entkommen aus Nächten,
wo Dein Spiegelbild
blind am Haken hängt.

Ohnehin bist Du Dir fremd ;
auch scheinbar rettende Signale
die auf dem Meeren
der Tränen reiten
gebären nur Trauer.

Dieser Tag drückt Dich nieder
diese Bastion aus Minuten,
die der Uhr entsprungen Dir sagen,
das Du dein Leben schon
längst vertan hast.

Ohnehin bist Du Dir fern ;
auch scheinbar rettende Nähe
die auf den Wiesen tummelt
ist schon längst in der Belanglosigkeit
versandet.

Februar 16, 2009

FOTOgrafien I

Gespeichert unter: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:09

himmel hinterzarten 2 gestreckt

 

Fotografien-
Abbilder, Trugbilder aus fast verzweifelten Zeiten,
als man auf der Suche nach sich selbst
auch an stehengebliebener Zeit berauschte…

Im sepiabraunen Gewand
kommen die Gesichter daher,
aus anderen Welten, wo das Wort
noch in der Luft erstarb und niedersank


hinter dem Glanz satinierter alter Seiten, da
wo man sich selbst gern übersah,
steht die Vergangenheit Spalier
und blickt dich an…


ernste Augen glauben zu wissen,
bis zu dem Moment, wo du gewahr wirst,
daß du es bist, der sich zu sich selbst gesellt
und sich sein Leben erzählt.

Januar 31, 2009

andersWO gehen menschen zum ball

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 9:38

 

gegen den Krieg , überall

Solch ein Sternenregen in den klaren Nächten,
welch ein Licht, das Städte in den Schimmer taucht,
und ein Mond, der uns fast zu Füßen liegt…

Ein Anbeginn, ein neues Jahr; ein Klopfen an Türen,
ein freudiger Aufschrei und überraschende Gesichter,
und ein Umarmen, weil man sich Gutes wünscht…

Welch ein Sternenregen in den klaren Nächten,
ein Geruch von Feuer , Feuerstellen aus Stein und Mensch ,
deren Flammen hoch zum Himmel schlagen…

Ein Anbeginn, ein neues Jahr, wo man sehnt…
Ein Aufschrei und solch entsetzte Gesichter ,
ein Umklammern, sich nicht verlieren, leben wollen.

Welch ein Sternenregen in der letzten Nacht des Jahres,
Ich schließe die Fenster und bin sehr leise,
den Flammen schlagen durch den Körper und verbrennen mich.

Anderswo gehen Menschen zum Ball, schmücken sich,
legen ihr Gesicht zurecht für die Kamera und
werfen ihre Locken verzückt dem Spiegel zu…

In der Einkaufsmeile hängt noch ein warmer Mond,
das gelbe Licht eines Blumenbasars und Sterne
an den Scheiben, in denen man sich spiegeln kann.

Welch ein Sternenregen in diesen kalten Nächten!
Die Blitzlichter schlagen bunte Brücken und ein Teppich,
rot, für feine Leute und solche, die sich zum Starlet wünschen…

Wie wundervoll und heiter, dieser letzte Abend…
Und Erinnerungen an noch nie gekannte Tage lassen
die Menschen schwelgen und uns mitteilen…

wie dieser Sternenregen im geborgten Reichtum
sie zu besseren Menschen macht und auch bekunden,
das man Urteilen und Richten muss über andere,

deren Blicke zum Sternenhimmel gehen und in Scham
und Entsetzen jeder Feier entsagen , sondern
mit anderen mitleiden und mitklagen in dieser Nacht.

Welch ein Sternenmeer in kalten Winternächten, ein
Funkeln in leeren Häusern, die keine Bälle kennen und
Keinen roten Teppich oder Kamerablitzen für…

sich selbstfeiernde Menschen, die am nächsten Morgen
die Zeitung beiseite legen und sagen : schön war’s!
aber morgen… morgen sagen wir mal den anderen,

was man besser machen kann und wie Gutsein funktioniert,
anderswo; dort wo man sich Wochen,Monate, ein Leben lang
vor kalten Sternennächten und dem hellen Mond fürchtet.
MAR 2009

 

Üç dil- drei SPRACHen

Gespeichert unter: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:36

 

 

 

Üç dil

En azından üç dil bileceksin
En azından üç dilde
Ana avrat dümdüz gideceksin
En azından üç dil bileceksin
En azından üç dilde düşünüp rüya göreceksin
En azından üç dil
Birisi ana dilin
Elin ayağın kadar senin
Ana sütü gibi tatlı
Ana sütü gibi bedava
Nenniler, masallar, küfürler de caba
Ötekiler yedi kat yabancı
Her kelime arslan ağzında
Her kelimeyi bir bir dişinle tırnağınla
Kök sökercesine söküp çıkartacaksın
Her kelimede bir tuğla boyu yükselecek
Her kelimede bir kat daha artacaksın

En azından üç dil bileceksin
En azından üç dilde
Canımın içi demesini
Kırmızı gülün alı var demesini
Atın ölümü arapadan olsun demesini
Keçiyi yardan uçuran bir tutam ottur demesini
İnsanın insanı sömürmesi
Rezilliğin dikâlâsı demesini
Ne demesi be
Gümbür gümbür gümbürdemesini becereceksin

En azından üç dil bileceksin
En azından üç dilde
Ana avrat dümdüz gideceksin
En azından üç dil
Çünkü sen ne tarih ne coğrafya
Ne şu ne busun
Oğlum Mernuş
Sen otobüsü kaçırmışbir milletin çocuğusun

 

Von : Bedri Rahmi Eyüboğlu

 

 

Drei Sprachen

Du musst mindestens drei Sprachen sprechen
Mindestens drei Sprachen.
Wie ein Seemann musst Du schwören
Mindestens drei Sprachen musst Du kennen.
Mindestens drei Sprachen brauchst Du.
Zum Träumen und zum Denken
mindestens drei Sprachen
Eine ist die Muttersprache
Sie gehört zu Dir wie Dein Arm
und dein Fuß
Süß wie die Muttermilch
Frei wie die Muttermilch
Dann sind noch Deine Krabbelreime, Märchen und Schwüre

andere sind fremd wie ein Hahn in Hühnerhaus
Jedes Wort in eines Löwen Mund
Wort für Wort gräbst Du aus .
Mit Deinen Fingernägeln und Zähnen, bis die Steine blutig werden.
Mit jedem Wort steigst Du einen Backstein höher.
Mit jedem Wort wächst Du ein Stück höher.

Mindestens drei Sprachen ,die Du kennen musst
In drei Sprachen mindestens solltest Du wissen
zu sagen, meine Liebste .
Zu sagen, nie eine Rose ohne Stachel .
Zu sagen, ein Schaf könnte auch gehängt werden wie das Lamm
Zu sagen, es ist die Prise Unkraut, die einer Ziege die Geliebte vergessen lässt.
Zu sagen, das ist die größte Schande
wenn man andere benutzt.
Um Himmels willen, vergiss gesagte Dinge !
Du musst wissen, was Lärm macht wie ein Donner
Du musst mindestens drei Sprachen kennen
Zumindest in drei Sprachen
musst Du schwören können wie ein Seemann
Mindestens drei Sprachen
Weder bist Du Geschichte noch Geographie
Auch dies und das noch ,
meine kleine Mernuş :
Du bist das Kind von einer Nation, die den Bus verpasste.

Übersetzung copyright MAR

 

Januar 28, 2009

abEND

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 5:02

Am frühen Abend liegt sie einfach da,
die Straße, in einem himbeerfarbenen Gewand,
ein braunes Ästelabyrinth, des Schattens und des Lichtes Spiele,
der goldene Schimmer dort am Dächerrand.

Die Röte lässt sich sanft und leise sinkend
herab zum schieferfarbenen Häusergrund,
um die grauen Steine in den Schlaf zu küssen
mit einem wispernd glänzend heißen Mund.

Wie eine längstvergessene süße Wehmut
greift die Schattenhand des Hauses nach dem Licht,
um doch noch leise in dem Dunkel zu versinken.
Der Abend kommt, der zarte Nebel lacht verwischt.

Wie eine Blüte zittert diese dunkelrote Flamme,
und verwelkt jedoch zugleich im schwarzen Schatten.
Die Nacht tanzt schweigend um die Häuserecken,
die früher schon ein langes Leben hatten.

In alten Fluren blinken schmutzige Laternen,
als suchten sie verzweifelt nach dem letzten Licht,
und schicken einen Schimmer in die Dunkelheit,
und zeichnet der Straße den Zauber ins Gesicht.

 

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