Silk and Paper

September 15, 2009

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Sample picture

Hör den Geschichten zu,
die Dich zu den Verstecken Deiner Erinnerungen führen.
Sie blühen auf , wenn im Herbst die Blätter verwehen,
Im Sommer beschirmt der grüne Schatten Dein Leben,
im Herbst zerpflückst du den Strauch wilder Beeren
die eine fremde Süße verströmen.
Hör zu, wenn die Einsamkeit beginnt, Dich zu berauschen.
Erinnere Dich, denn dies ist der Schlüssel zu Deiner Kindheit,
ist das Zeugnis, unter dem Du mit Deiner Unterschrift
Dein SEIN besiegelst.

August 15, 2009

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 10:33

Am Saum der Kontinente ,
aufgefädelt das tiefe Blau des Meeres.
Die Welt, eine Dame im Wolkendunst
auf der Suche nach gelber Seide,
wirft sich im Auf-und Abwoben
an die Strände.

Knöpfe aus Permutt und
bernsteinerne Fibeln halten das Gewand
aus Traum und Erwachen,
und die  Sirenen, ihre Kammerzofen,
halten immer noch nach Odysseus Ausschau .

Am Saum der Kontinente
werden wir angespült, winzige Organismen
inmitten von Galaxien.
Auf der Suche nach dem, was wir nie verloren,
weil wir es nie besessen hatten.

August 1, 2009

irgendwann

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irgendwann

wirst Du das sein, der dort sitzt
wie ein Gemälde, das seine Blicke
über den Rahmen hinaus schickt
 
jeder  fängt Deinen Blick ,
bleibt stehen und fragt sich,
wer Du wohl sein könntest.
 
unbeweglich sitzt du mit den Händen
auf deinen Knien . dein ganzes Leben
stützt Du auf Dich selbst.
 

MAR 
 
Gedanken zu einem Foto

die stadt legt sich NIEder

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meine-stadt1

Diese Stadt, das große Tier
was durch mein Leben stampft…
laut, dröhnend und dunkel verhangen
mit einen Rhythmus
aus Motorenrachen
die laut aufkreischen
wie Menschen an der Bühnenrampe…

der Tagesnebel stößt die Dächer an
die Straßen brechen auf
und überschwemmen mit
brackiger Sintflut die kleine Welt
vor dem Haus und
im Briefkasten blinkt ein Prospekt
in Grün und Rot . Erste Lichter übersäen dieses Jetzt.

In ganz weiter Ferne bricht
ein Flugzeug den Himmel entzwei.
Weiße Streifen lügen was
vom Tag und der Nacht
Diese Stadt legt sich nieder vor mir
Wie ein besiegter Drache…

NICHT nur klang

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.

Nicht nur Geschriebenes,
was sich im Papier oder Buch
beheimatet,
nicht nur Klang,
der Deine Zunge passiert
und die Lippen kitzelt,
nicht nur Schweigen,
welches an der Türe kratzt,
die Du geschlossen hast…
auch Pinselstriche , die
ein Gesicht zeichnen
was am frühen Abend verschwimmt,
oder Bleistiftlinien, die den Hass
tief einschneiden, ein Leben lang.
Nicht nur eine Welle
des vibrierenden Schalls ,
auch Schwerelosigkeit
im Weltenreigen,
sind Worte.

mar

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himmel hinterzarten 2 gestreckt

 

Ich umarme Dich
und Du zerfällst
wie ein Traum,
der sich langsam
vor dem Erwachen
auflöst , verschwimmt
und entschwindet.
Alles geht seiner Wege.
Hände wandern über
meine Haut,
umschliessen mich…
und Dein Gesicht,
gemeißelt aus Schweigen
ruht sich aus
auf meiner Schulter.
Deine Augen
wandern ins Weite
die ich hinter mir lasse…
und die Füße stehen auf
schwankendem Boden .

 
Das Schiff gleitet davon.
Du zerspringst in tausend Stücke ,
der Wind zerpflückt Dich
bis in weiter Ferne nur
ein letzter Punkt zerfloss.
Ich umarme Dich .
Wie Diebesgut halte ich
Dein Bild
in meinen Händen ;
es enthüllt Dich als Fremden,
der kam und ging
und nun ganz verblasst.
Wie ein großer Atemzug
bläht der Wind dieses
einsame Segel aus Deiner Fotografie
und trägt Dich davon.
Nichts bleibt,
nur ein Schatten und
ein unsichtbares Boot
und die Erinnerung.
 
MAR 2009

die TÜR fällt zu

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Wenn nur der Gram ein Leben bestimmt,
bleibt man klein und wird nie wachsen an seinen Taten ;
man bleibt blind für die Facetten und bewegt sich
selbst am hellen Tage nur im Schatten.
 
Wie ein jeder Krieg, der in der Nacht
in Dunkelheit des Geist’s geboren, reisst er in Stücke,
und teilt mit unbedachtem Wort Befehle aus,
und sprengt die letzte eigene Brücke.
 
Man geht nach Haus, und ist sein einziger Begleiter,
am schweren Mantel haftet nur ein langer Tag.
Vielleicht ein Stück von Einsamkeit und in der Tasche
klirren kleine Münzen, und ein zerrissener Vertrag.
 
Mit diesen Fetzen von beschriebenem Papier
will man dem kalten Sein in dieser dunklen Nacht
sich Wärme schenken. Welch ein leerer Traum ,
sich selber einzuheizen. Ohne Sinn und unbedacht.
 
Und jeder Krieg , der erst auf dem Papier entsteht,
und nur eines will, das schlimmste Übel Tod,
beginnt ganz klein. Und reisst alles mit sich mit,
und irgendwann  ist es zu spät für’s eigene Rettungsboot .
 
Die Tür fällt zu. Der Mantel hängt am Haken,
und täuscht nur vor, das da noch jemand wär…
Wie laut man ruft, wie oft man hinter Schränke schaut…
Wer blind um sich schlägt ,sich grämt und hasst, bleibt klein und leer.

so wie ein tRAUM

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tulpe-vergr

 

So melancholisch ,
so wehmütig fern
dieses Licht,
in sich selbst verloren …
schattig , puderig,
wie unsichtbarer Staub…
so wie ein Traum ,
ganz schemenhaft ,
ein flüchtiger Schatten,
verlassen vom Schimmer
des ersten Tau…
so wie vergessene Märchen
die uns betten,
damit wir uns
immer erinnern,
an so feenhaftes Flüstern
und an grünes Haar,
und den Klang
einer Glockenblume,
wenn wir erwachen.
Sommer

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:15

himmel hinterzarten 2 gestreckt

Eis-Zeit

Die smaragdgrüne Wand des Waldes,
und die Welt wird wirklich klein…
mehr und mehr schrumpft sie zusammen,
so das sie ein kleines Bündel wird,
so winzig, um sie in die Tasche stecken zu können.

Im fahrenden Zug gleitet sie an den Scheiben entlang,
heraus aus meinen Augenwinkeln
und verliert sich im Nichts der Stadt hinter mir.
Die Stille greift nach mir
wie ein großer Vogel und trägt mich hinweg.

Gelbe Vierecke, Felder und Wiesen sind die
zusammengelegte Kleidung der Landschaft,
umsäumt von mohnrotem Garn,
ausgefranst flattern die Ähren wie Leinentücher im Wind.
Glasblau liegt der Gletschersee…

der sich alles zurückholt, was er in der Eiszeit verlor.
Libellen suchen im letzten Licht nach ihren Kindern
Über dem kalten Wasser schaukeln sie und
beweinen den Verlust mit einem schimmernden Flügelschlag.
Die Welt will schlafen. Die kleine, große Welt.

MAR 2009

Juni 25, 2009

im RINNstein

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 7:28
 

 

 

Im Rinnstein

Welch ein Fundort
weggeworfener Dinge;
petroleumschimmerndes Wasser
eines Dauerregens,
dessen Grün um die Wette eifert
mit dem Blätterdach eines Sommers.

Ein roter Ball;
das Kind wird lange trauern.
Ein vermisster Kamerad, der dem Himmel
für Sekunden nahe war im frohen Spiel;
hinweggespült , verfangen zwischen
dem getränkten Papier einer Reiseroute.

Wie tausend Sonnen,
die einst verlorengingen
am waschgrauen Weltenfirmament
tanzen glänzendgolden Blätter im Bach,
der wirbelnd , dem Leben gleich
alles mit sich reißt, was er fassen kann.

Hinein in den grauen Grund;
scheint glucksend das Gitter zu lachen…
hier endet Vieles, Sogar Sprichworte, die sagen,
das der Rinnstein das Letzte sei, was Du sähest.
Im dunklen Wasser spiegelt sich Dein Gesicht
und treibt dem tiefen Meer unter der Erde zu.

Tropfen für Tropfen . So ist Regen.
Und Tag für Tag höhlt Wasser den Stein.
Dinge,gesammelt , um hinweggespült zu werden.
Lebenszeit, die einem Strudel gleich sich ewig dreht…
Sommer, die stets wiederkehren,
um doch für immer im Rinnstein zu erlöschen.

 

 

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