Silk and Paper

April 27, 2009

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kaleici
5 Uhr morgens-

die fremde Katze verharrt

im letzten Licht des Cafe’s,

oben im Baum schreit eine Krähe,

die Amsel übertönt

jedes startende Auto,

in der Ferne klingelt ein Wecker,

der Leiterwagen holpert über

das Kopfsteinpflaster und

der Zeitungsträger raucht die dritte Zigarette…

die schleicht weiter, die Katze

das Licht wird geloschen,

die Krähe fliegt zum anderen Baum.

Die Amsel singt, als wäre sie der

letzte Botschafter jeglicher Musik,

das Auto findet seinen Weg,

eine müde Hand legt sich auf den Wecker,

der Leiterwagen steht vor dem Haus

und der Zeitungsträger

sitzt für einen Kaffee auf den Stufen…

Sein großes Schlüsselbund schliesst

alle Türen auf zu unserem

nächtlichen Paradies und alle Wahrheiten,

die am Abend schon Vergangenheit sind

liegen gut verschlossen in

einem Briefkasten bis zur siebten Stunde.

Im Vorübergehen grüßt man sich als Nachbarn

und schon bevor man antwortet kann

ist er verschwunden.

Es ist nicht mehr seine Zeit.

 

April 10, 2009

leere und fülle

April 9, 2009

beNENNen

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.mond12
Sprich nie aus, was Du noch nicht benennen kannst

Die Zeit danach…
ein Geschenk für dunkle Tage ,
wo die Erinnerungen warten , ausgepackt zu werden ;
verschnürt, wie ein Geschenk ,
das wir kurz bestaunen und es
im Labyrinth des Seins verstecken
und wir all die Jahre durch das eigene Leben irren ,
und nie die Antwort finden auf die Frage:
was wird sein, was ist gewesen, wo ist die Wunde,
die man mir geschlagen…
im Garten Eden, wo die Sprache unter der Sprache verstummt erscheint
und doch Du der Gärtner bist für bittere Kräuter ,
deren Ernte reichlich sein wird …

Sprich nie aus, was Du noch nicht benennen kannst,
zeitlebens kann es dauern,
dieses Knistern am Papier, worauf Du Dich zu verewigen suchst.
Die Nabelschnur , die Dich nährte
ist am achten Tag verdorrt,
und wie das Zeichen, was Dich zum Menschen macht,
wird sie , vergessen zwischen Gaben und Bändern ,
der Wegweiser sein zur Vergangenheit vor Deiner Zeit;
wo Du wieder sein wirst, wo Du gewesen, wo die Wunde ist,
die man Dir geschlagen…
im Garten Eden, wo Vertriebene aus Babylon sich der unausgesprochenen Wörter
bemächtigen , und den Erinnerungen des Lebens
Atem einhauchen und sie wirklich Dein werden.

Niemand wird Dich nach dem Schweigen fragen,
und auch nicht nach den Worten,
die Dir durch das Labyrinth zu unerreichten Orten nachstellen.
Auch dort besteht Leben aus fünf Buchstaben ,
die miteinander verwoben, das Stehen und Gehen benennen.
Oder auch den Uhrzeiger , der Dein Hier und Sein anzeigt
und auch das Dort und Nichts ,
auf der Landkarte der einfachen Tage, die Du zählst:
wo Du sein willst, und nicht gewesen, weil man Dir dort die Wunde schlägt,
deren Namen Du nachschlagen mußt.
Im Garten Eden, wo Grün nicht immer Leben bedeutet,
sondern Nymphaea genannt , die mit dem letzten Schlick
ihre vollendete Schönheit nähren.

*Nymphaea = Seerosen

Mar

April 2, 2009

mondsee

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mond12


Da ist der Mondsee
und die silbernen Kronen der Sterne,
die weit ab im Dunkel
ein eigenes Königreich errichten.

Planeten, die auseinanderstoben
und dem Baum vor dem Haus
ein Diadem um die
kargen Äste schlingt.

In der Rast
zwischen den Zeitreisen durch die Galaxie
lässt uns der Frühling
die Unendlichkeit erahnen.

Irgendeinmal wird
die Zeit mit den Sternschnuppen reisen,
jedes Grün umsäumen und der Mond
wird einen Schleier tragen.

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lacktablett-detail

Ein Faden Licht am Horizont,
zerschlissen wie ein rotes Kleid
aus verwaschener Seide…

der Wind erwacht,erhebt sich
und der Geruch von Wasser
sickert durch die Wolken.

Ein kleiner Frühling,
nur zwei Minuten lang,
und schon trauert mein Gemüt

um Schneewittchens Garten,
der dahinschmilzt und
mit ihm die Unschuld.

April 1, 2009

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mond12

So viele Möglichkeiten, kaum sie geboren sind ,vorübergehen, die wie der Tau fast unsichtbar zum Himmel steigen, entfleuchen in den frischen Tag und dann ganz einfach nur verwehen.

Verloren alle Augenblicke , die Zuckerstaub sind auf den Lippen, die leise flattern , wenn Du in Gesichter siehst, und wirst beschwingt , nur für Sekunden mit dem Gesicht an bunten Blütenträumen nippen…

So viele kurze, und doch ungeahnte helle Weiten, wie Wassertropfen , in deren Oberflächen Prismen gleich, sich ganze Welten spiegeln mit Lichtern , die wie ein Schweif Dich durch die Nächte leiten.

So viele Tage, die aus Deinen Händen gleiten, und Deine Finger längst vergessen , das Richtige zu tun nicht einmal von Dir den Schatten hinterlassen … ein Augenblick ist der Moment aus längstvergessenen Zeiten.

So viele Möglichkeiten ! Jeden Tag sind sie wie Du geboren, und sind vergebens Dir auf Deinem Weg begegnet, sie sind so weit durch Tag und Nacht gereist und ungesehen, achtlos ,unverstanden für Dich verloren.

All die Minuten und Momente – ein andrer wird sie finden, sich daraus eine Wiege der Erfahrung bauen, sich des Geschenkten glücklich schätzen und es weitergeben. Und plötzlich wird die Möglichkeit Dich als Begegnung wiederfinden.

mar 2009

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