Silk and Paper

Februar 25, 2009

LEBen

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:28

 berlin-spreebogen

Die Finger gleiten
übers Papier,
ritzen dort Dein Leben ein;
Ziffern und Zahlen,
zusammengestellt
aus endlosen Gedanken,
die Dir gehören.

Ein ganzer Tag,
aufgeschrieben in Versen;
geschwiegen
in den Zwischenräumen,
die ganz absichtlich
leer sein sollen,
wie Atempausen ,

die Dir Raum geben,
Dich neu zu entdecken,
ohne Gewesenes
zu retuschieren oder
wegzuradieren.
Dein Leben ist Dein Sein.

Niemand kann es Dir diktieren..

verloren

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:26

 

Diese Leere springt Dir entgegen,
dieses Muttermal aus Dunkelheit ,
entkommen aus Nächten,
wo Dein Spiegelbild
blind am Haken hängt.

Ohnehin bist Du Dir fremd ;
auch scheinbar rettende Signale
die auf dem Meeren
der Tränen reiten
gebären nur Trauer.

Dieser Tag drückt Dich nieder
diese Bastion aus Minuten,
die der Uhr entsprungen Dir sagen,
das Du dein Leben schon
längst vertan hast.

Ohnehin bist Du Dir fern ;
auch scheinbar rettende Nähe
die auf den Wiesen tummelt
ist schon längst in der Belanglosigkeit
versandet.

irgendWER

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 6:13

Wie eine Münze
werden wir geprägt

wenn das Gewicht
des Lebens
seine Gesichter
in den Rohling brennt.
der schmale Sternenkranz am Rand –
markiert eine Aura, kaum sichtbar.
Zwei Seiten. Kopf oder Zahl.
Und irgendwer wirft die Münze.

Februar 19, 2009

Perpeteuum Mobile

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 5:54
 

buch-im-spiegel

Einander begegnen,
dem Intermezzo
keine Ouvertüre
gönnen…
 
sich am Buchstaben
täuschen.
und ein Geheimnis
hinterlassen…
 
die Zeit
wird den Sand
leise singend
abtragen
 
und in den
warmen Tiefen
der Erde
schwingt das
Perpeteuum Mobile

Februar 16, 2009

WAHR- nehmung

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:18

lacktablett-detail

Die Erinnerungen verloren,
Tagebücher , zusammengefügt
aus Fiktionen der Momentaufnahmen
sind abhanden gekommen
und liegen getrübt vom Vergessen
in der Selbsttäuschung , die über
den alltäglichen Worten
Schleier zerrissener Lügen wirft.

Scheinbares drängt sich
selbstverliebt in das Draussen;
ein Fundament, das wie ein Kartenhaus
in sich zusammenbricht.
Mühsam gräbt der Lügner
nach dem Leben, das er verkauft hat
für Oberflächliches.
Ein steiniger Brunnen: Wahrheit.

alles NICHTS

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:16

tulpe-vergr

Wie ein Körper,
der dem Leben dient
spannt sich der Himmel
über den Tag …
das Geäst aus Stromleitungen
pulsiert leise singend
über diesem Andersort,
wo jeder Wagen
Erwartungen konserviert
und die Zeit ins Blaue fährt.

Wie ein offenes Haus,
dieser Bahnhof,
der den Rahmen setzt für
all diese Tage…
wenn aus dem Lachen des Liebsten
kostbare Bilder werden
an diesem Immerort,
wo jeder Luftzug
sein Atem sein könnte,
und von Ewigkeiten spricht.

Blinde Fenster
diese Wolken, die
wie erkaltetes Glas
den Tag verschließen …
in einer Schachtel
an diesem Niemandsort
wartet ein Falter ,
das man ihn aufsteigen lässt
ins Nichts , ins Alles.

FOTOgrafien I

Gespeichert unter: DER mensch als fremder ORT, sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:09

himmel hinterzarten 2 gestreckt

 

Fotografien-
Abbilder, Trugbilder aus fast verzweifelten Zeiten,
als man auf der Suche nach sich selbst
auch an stehengebliebener Zeit berauschte…

Im sepiabraunen Gewand
kommen die Gesichter daher,
aus anderen Welten, wo das Wort
noch in der Luft erstarb und niedersank


hinter dem Glanz satinierter alter Seiten, da
wo man sich selbst gern übersah,
steht die Vergangenheit Spalier
und blickt dich an…


ernste Augen glauben zu wissen,
bis zu dem Moment, wo du gewahr wirst,
daß du es bist, der sich zu sich selbst gesellt
und sich sein Leben erzählt.

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