Silk and Paper

September 25, 2008

die ZWEITE haut

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 5:26

die zweite haut streif ich ab,
das schimmernde muster
was mir im spiegel
als meine verkleidung erscheint.

denn ich bin anderswie ICH
und fremd mit dem kleid
aus stoff , mit fremden wörtern
gezwirnt und gewoben .

das lachen im raum
füllt nicht die resonanzen
die noch fehlen ,um leben
restlos auszufüllen.

das kleid wird zuhaus sein
an einem rostigen nagel
und stiehlt sich davon
ins endlose still der nacht .

ein stück vom ICH meines DU
wird daran haften
wenn es in der fremde
heimat sucht und strandet.

die zweite haut streif ich ab.
entblösst aller unschuld.
doch wer weiss schon
vom zweiten spiegel in mir

MAR

 

NACHt

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 5:17

 

Nacht

Leere. Weiß .Stille.
Und der Mond setzt sich
aufs Fensterbrett
und schaut in die
schwarzen Augen ,
die aus Glas, und mit Holz umrahmt ,
mein Leben verbergen.

Wie eine lange Zunge
streicht das Licht
über die Geheimnisse,
schattenreich verborgen
in rätselhaften Umrissen,
die nach mir greifen
um mich neu zu bekleiden.

Ich häute mich
wie eine Zwiebel und
werfe die papiernen Schalen fort.
Und auch hier treibt
das innere Rund
Tränen in die Augen,
so wie alles , was sichtbar wird
etwas verursacht.

Wie diesen Schmerz .
Und es gibt mehr davon,
Wie auch Schalen aus Papier,
auf das ich wieder mich bekleide…
Er geht, der kalte Schein
aus stillen Nächten.
und weint zwei Tränen Tau.

Wieder werden Dinge entweiht
durch das Licht.
Und wie Staub aufwirbelt
so ziehen Menschen
als kleine Planeten einen Schweif
und lassen sich auf
Fensterbrettern nieder.

MAR 2008

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