Silk and Paper

März 26, 2008

U-bahn streik 2008

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es ist wieder da
das vibrieren
aus der tiefe…
im dunkeln
höre ich
die stadt atmen.
an den gleisen
drängen sich
wieder menschen.

tage und nächte
ohne dem rhythmus
einer stadt…
nur dem pulsieren
des eigenen lebens
lauschen…
atemzug für atemzug
legte sich
auf die stille
und hob
das wesentliche
ans licht.
menschen strömten
wieder
auf gehsteigen
dem aufgehenden
tag entgegen

der untergrund
und die adern, die
sonst dem hier
ihre rastlosigkeit
aufdrückten,
schwieg.
an eisernen zäunen
flatterte die botschaft,
zu fuss das gelände
zu ergründen,
in dem man
zu hause ist.
plötzlich sah man
das haus, es war rosa
und der park dort
war ganz neu…
am ende der straße
erkannte man
seine nachbarin
und es blieb zeit.

es ist wieder da,
das rauschen
aus dem untergrund
und ich höre imaginär
die schritte
fremder menschen,
die dem ausgang zuströmen.
dumpf hallt die tür…
jetzt findet leben
wieder anderswo statt.

mar, u-bahn-streik

für marlen HAUShofer

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 8:24

 

lacktablett-detail.jpg

Auf jedem Bild
springt mir
die Traurigkeit
aus deinem Blick
und jedes Wort sucht
einen Grund zum Sein
hinter der Wand
aus Glas
die in den Bergen
sogar das Echo abfängt

Dein Mund ist
leicht geöffnet,
fast erstaunt und erschrocken.
Die Katze auf dem Schoß sonst nichts
was wärmt.
Und niemand weiß,
wie es ist, im Kerzenschein
Bücher zu schreiben,
die Mauern einreißen.

In den Augen
ein kleines spöttisches Glimmen
vom Wissen,
das durch die Einsamkeit
deiner Seele gereist ist..
alle deine Worte hinter Türen,
die ohne Klinken
nur aufzustoßen sind, um sich
der Überraschung
wirklich gewahr zu werden…

Du drehst keinem Wort
den Rücken zu,
und auch nicht seinem Sinn…
du blätterst die Seiten um,
sogar heute noch, lange
nachdem du gingst.
und manchmal höre ich dich
hinter deinem Foto lachen.

Für Marlen Haushofer

März 20, 2008

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buch-im-spiegel.jpg

die erde wird flach

und legt sich zusammen

wie ein stück papier

was man nicht mehr braucht.

gefaltet der bogen

auf dem ich gezeichnet

und aufgeschrieben

all diese bilder

die mein leben besungen

und die sehnsucht gehaucht…

 

 

es raschelt die welt

wenn man seiten umblättert

die länder verschwinden

in einem knick.

landkarten werden zu

schmalen gebinden

gehen so verloren

auf all den lebensreisen

und verstecken sich

im augenblick.

 

 

so werden fenster,

die mit wasser beschlagen

bedeutsam und tragen

manch fremde worte.

der buchstabe rinnt

nach dem schreiben hinab,

hinterlässt kleine straßen

versickert, verfliegt ..

verbiegt diesen rahmen

schafft zwischenorte

 

 

die welt wird dem fremd

der die worte nicht greift

die sich im papier und am fenster verlieren.

ob sie gläsern ersterben

oder dunkel bestehen

oder irgendwann

leicht wie die federn oder

schwer wie ein stein

das leben erklären…

wir sind die worte, die wir erben.

 

 

Mar , 19.3 2008

 

 

 

 

 

 

 

März 9, 2008

… es muss nicht SEIN, dass man alles versteht…

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lacktablett-detail.jpg

 Ein leeres Zimmer ist der Tag;
hier schütte ich mein Leben aus,
aus einem Krug,
der tanzendes Wasser umschließt
so daß es hinein fließt in die Stunden,
die sich an Täuschungen reiben
und am Überfluß laben.

Auf dem kleinen Teich seiner Oberfläche:
Trugbilder, Gesichter aus alter Zeit,
archaische Wesen
voller Lebendigkeit, die aus
Wassertropfen Perlenketten zaubern
denen ich nachtauche
im Urgrund der Erinnerung.

Zwischen Idylle und Untergang
plätschert das Sein dahin und
plötzlich öffnen sich Zimmerfluchten
zur Kindheit hin und eine Tür
fällt ins Schloss, weit, weit weg
und das Fenster schließt sich.
Verstecktes Geheimnis . Verborgener Raum.

Eine Hand fängt den Tropfen auf,
der schwer auf den Tisch
niederfällt und wie eine gläserne Straße
zieht sich das Schweigen dahin.
Es muss nicht sein, daß man alles verstünde,
nur wirken lassen solle man das Bild
der Illusion Leben…

Der Tag ist ein leeres Zimmer,
was sonst bliebe zu sagen, wenn man
Erkundungen macht im eigenen Haus
mit den Wänden , die mit Zeit getränkt sind.
Ich fülle es mit meinem Atem ,
damit er sich am Fenster
als Tau niederschlägt.

Halt ein, sei still… sagt die Uhr
die meine Stunden sammelt
und sie dann an das Schweigen verkauft
damit es nicht so farblos
durch die Welt wandert, sondern
ein Gesicht erhält, welches
meinen Namen tragen wird.

Es muss nicht sein, das man mich erkennt;
es soll nur einmal sichtbar sein
und dich erinnern, das
alle Trugbilder, die auf dem
Wasser träge dahinschaukeln,
von der großen Welle des Nichts
verschlungen werden.

Jede Verschnürung wird sich lösen
und die Spiegelbilder werden
dem Grund entgegensinken.
Was bleibt ist ein erstaunter Blick,
und die Erkenntnis, das jeder gelebte Tag
eine Nachricht aus der Stille ist,
die du nicht benennen kannst.

MAR 2008

März 1, 2008

neunundzwanzigster februAR

Gespeichert unter: sprach-RÄUME lyrik — silkandpaper @ 4:06

mar-kacheln.jpg

Es wird erst in vier Jahren
So ein Tag wie gestern sein…
Wo die Stunden sich festhalten
am Nichts im Kalender
der letzten Jahre, und nur
eine Ahnung hinterlassen
wie es war, als Zeit
plötzlich auftaucht aus dem
Universum eines Cäsaren,
der seinen Namen sogar
an sphärische Klänge verschenkte.

In vier Jahren erst werde
ich dich fragen, wie die Zeit war,
in der du dreimal verloren schienst…
dich fragen, wie die Stille war
die weit draußen wartete,
um an die Tür
deiner Einsamkeit zu klopfen.
Ob Mönchsgesänge dir das Herz
weit machten oder der blaue Himmel,
der an jedem Tag über dir musiziert
mit den Farben des Lebens.

Erst in vier Jahren zaubert
die Zeit Dir eine Erinnerung an gestern.
Wie ein Foto, verblasst in der heißen Sonne;
Vergilbt wie das Stroh , auf dem wir uns liebten
und alle Zeit der Welt eine Illusion schien.
Jetzt hast du viele Stunden, Wochen ,Jahre
in denen du einen Rahmen ziehen kannst
um dein Leben danach….
So ein Tag wie gestern; geboren, gelebt
und wieder entschwunden…

MAR 1. März 2008

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